Recruiting und die Ausbildung von Lehrlingen ist offenbar ein Thema, das Ausbildungsverantwortliche in ganz Österreich beschäftigt. An 2 Tagen – einmal im Februar, einmal im Juni – haben mehr als 130 Personen am Ausbildertag teilgenommen, eine Mischung von Menschen in HR-Funktionen und Ausbildungsverantwortlichen. Ich war nicht nur als Speakerin, sondern auch als Zuhörerin vor Ort dabei und habe die Top-Learnings in aller Kürze zum Nachlesen zusammengefasst.

Neben der Moderation kam der erste Vortrag von Robert Frasch (lehrlingspower.at) zu „Generation Z – So tickt die Jugend heute“. Zur Einstimmung gab es ein kurzes Video zum Thema „Welches Image hat die Lehre?“ der Medienwerkstatt Linz:

 

Ja, ich durfte auch wieder ein paar Statements abgeben und zwar zu Digital Recruiting. Im Lehrlingsrecruiting haben wir es mit sehr unterschiedlichen Zielgruppen zu tun: nämlich den Jugendlichen und den Eltern. Klick um zu TweetenDiese bewegen sich auf unterschiedlichen Plattformen und kommunizieren anders. Deshalb sollten wir uns fragen, wenn wir zum Beispiel ein Video produzieren – wenden wir uns damit an die Jugendlichen direkt oder an die Eltern?  

Auf meinem YouTube Kanal gibt es eine Playlist mit Recruiting-Videos – u.a. auch dieses hier:

Meine Learnings

  • Die Lehre hat immer noch einen schlechten Ruf, denn die meisten Eltern wollen, dass ihre Kinder studieren.  
  • Das Ansehen einzelner Lehrberufe kann durch gezielte Maßnahmen verbessert werden: So ist in der Schweiz der Pflegeberuf der drittbeliebteste, in Deutschland rankt Altenpflege auf Platz 4.  
  • Rauchfangkehrer war der erste Lehrberuf in Österreich, aktuell gibt es mehr als 200, wirklich bekannt sind allerdings nur ca. 10. 
  • Jugendliche machen alles auf ihrem Smartphone: spielen, kommunizieren, lernen und eben auch bewerben. 
  • Lehrlinge müssen in den Recruitingprozess von Lehrlingen eingebunden werden oder diesen gleich komplett eigenverantwortlich übernehmen, das hat einen positiven Effekt bei der Integration der neuen Lehrlinge ins Unternehmen. 
  • Schulen Sie Ihre Lehrlinge, was den Umgang mit Social Media angeht, geben Sie anschauliche Praxisbeispiele. 
  • Ausbilderinnen sind nicht immer cool und sollten auch nicht so tun als ob. YouTuber können als Influencer agieren wie hier Puuki für Rewe:

Wer also potenzielle Lehrlinge ansprechen möchte, sollte auf jeden Fall digitalen Plattformen den Vorzug geben und dort zielgruppengerechten Content schaffen. Als Testimonials sind durchaus Influencer in Betracht zu ziehen, allerdings müssen die zum Unternehmen passen und sorgfältig ausgewählt werden. Dabei aber nicht auf die Eltern vergessen, die haben bei dem Thema mehr als ein Wörtchen mitzureden.

Herzliche Grüße
Claudia

PS: Ich habe vorab ein neues smartes Recruiting-Nachschlagewerk getestet, das ich nächste Woche im Blog vorstelle – Sie dürfen gespannt sein. 😉 Das möchten Sie nicht verpassen? Einfach Newsletter abonnieren, Social Media Recruiting-Insider werden und 1 x monatlich alle Beiträge (und mehr) gesammelt direkt ins Postfach erhalten; oder per RSS Feed und Social Media am Laufenden bleiben – damit Recruiting wieder einfach wird.

Talent Relationship Management ist aktuell für die meisten Recruitingverantwortlichen eine der größten Herausforderungen. Wie kommt man in Kontakt, wie bleibt man in Kontakt und vor allem, wie managed man dann diese Kontakte? Suchmethoden und Tools sorgen dafür, dass wir relativ schnell Kontaktdaten finden können, die DSGVO sorgt dafür, dass wir diese nicht unendlich speichern und verwenden dürfen. Was also tun?

Lösungen bietet myVeeta. Das Unternehmen aus Österreich agiert dabei an zwei Fronten: Auf der einen Seite werden gezielt Menschen angesprochen, sich im Talentenetzwerk von myVeeta zu registrieren, auf der anderen Seite können Unternehmen mit myVeeta ihren Talentepool füllen und – aus meiner Sicht eine der wichtigsten Funktionen – mit diesen in Kontakt bleiben. 

Ich habe Jan Pichler, Gründer und CEO von myVeeta getroffen und ihm ein paar Fragen gestellt. Er kommt ursprünglich aus der IT und dem Online Marketing und beschäftigt sich seit einigen Jahren mit Talent Relationship Management. Sein Ziel ist es, den langfristigen Kontakt zwischen Unternehmen und Talenten mithilfe moderner Technologien und Sozialer Netzwerk-Ansätze so einfach wie möglich zu machen.

Was ist myVeeta, worin unterscheidet es sich von einem Recruitingsystem?
myVeeta ist ein Online-Service, mit dem sich Unternehmen sehr einfach eine eigene Talent-Pipeline aufbauen können. So bleiben sie mit möglichen zukünftigen Mitarbeitern wie Praktikanten, Studenten oder abgesagten Bewerbern langfristig in Kontakt, und können ihnen so Jobangebote machen oder individuelle Informationen und Angeboten senden. Recruitingsysteme sind für Unternehmen eine unverzichtbare Unterstützung bei der Abwicklung von Bewerbungsprozessen. Aber den Kontakt mit interessanten Talenten halten, und mich mit ihnen auf Augenhöhe austauschen – z. B. über SMS oder WhatsApp – kann ich damit nur sehr begrenzt. Deswegen macht es viel Sinn, ein Recruitingsystem mit einem geeigneten Talent Relationship Management System – wie myVeeta – zu kombinieren.“

Wie kommen Talente in ein Talentenetzwerk?
„Jedes Unternehmen füllt sein Talentenetzwerk selbst. Die meisten unserer Kunden laden beispielsweise interessierte Schüler und Studenten, ehemalige Praktikanten und Mitarbeiter, abgesagte Bewerber sowie Besucher ihrer Karriere-Webseite in ihr Talentenetzwerk ein. Die Registrierung ist meist sehr einfach, deswegen melden sich viele dieser eingeladenen Talente auch wirklich an.“

Wie komme ich als Recruitingverantwortliche an diese Daten?
Die Talente in meinem Talentenetzwerk suche ich mit einer eigenen Online-Oberfläche, die von der Bedienung stark an eine Hotel- oder Flug-Suche erinnert. Trivago für Talente sozusagen. Damit findet man die gewünschten Talente üblicherweise sehr rasch, selbst in großen Talentenetzwerken. Diese Talente kann man dann direkt aus myVeeta kontaktieren, via WhatsApp, SMS oder E-Mail – je nachdem, welchen Kanal sich das jeweilige Talent ausgesucht hat. Mittlerweile möchten übrigens schon 68 % der Talente per WhatsApp oder SMS kontaktiert werden – Tendenz steigend!“

Übernimmt myVeeta die Kommunikation mit meinen Talenten?
Teilweise. Die inhaltliche Kommunikation mit den Talenten – sei es nun ein Jobangebot oder die Einladung zu einer Veranstaltung – kommt natürlich immer vom jeweiligen Unternehmen. myVeeta springt nur dann ein, wenn der Lebenslauf eines Talents zu veralten droht: Hat ein Talent seinen Lebenslauf länger nicht aktualisiert, erhält es eine kurze, persönliche Nachricht von myVeeta. Und kann sehr einfach – mit einem Klick direkt in der Nachricht – angeben, ob bzw. was sich an seinem Lebenslauf geändert hat. So sparen die Unternehmen viel Arbeit, denn die Lebensläufe in ihrem Talentenetzwerk bleiben immer aktuell, ohne dass sie selbst ihre Talente laufend dazu motivieren müssten.“

Ist myVeeta auch für ein internationales Talentenetzwerk geeignet?
Ja, momentan ist myVeeta durchgängig auf Deutsch und Englisch verfügbar, weitere Sprachen können bei Bedarf sehr einfach ergänzt werden. Internationales Talent Relationship Management wird übrigens immer wichtiger, weil schwierige Stellen immer öfter mit qualifizierten Arbeitskräften aus dem Ausland besetzt werden müssen.“

Was mir Jan noch verraten hat, ist das es schon Schnittstellen zu einigen Bewerbungsmanagement-Systemen gibt. Das ist für Recruitingverantwortliche sicher hilfreich. Wer ein Beispiel sehen möchte, wie man myVeeta einsetzen kann, hat hier die Möglichkeit dazu.

Meine Conclusio: Mit der richtigen Kommunikationsstrategie und dem Einsatz einer DSGVO-konformen Lösung kann Talent Relationship Management sehr gut funktionieren und im Recruiting unterstützen.

Von der Theorie in die Praxis

Für alle Interessierten veranstalten wir am 22. Mai um 10:00 Uhr ein gemeinsames Webinar, wo wir das Thema „Talent Sourcing“ beleuchten. Anmeldung ist ab nächster Woche direkt über myVeeta möglich, ich werde natürlich auf Facebook noch entsprechend informieren.

Wem das alles zu wenig ist und wer mehr darüber wissen möchte, wie Talent Relationship Management in der Praxis funktioniert, für den habe ich gemeinsam mit myVeeta einen Workshop designed: 

Talent Relationship Management in der Praxis 

Von 09:00 bis 17:00 Uhr geht es am 12.06.2019 im Talentgarden (wo sonst) 😉 in Wien um folgende Inhalte: 

  • Wie definiere ich meine Zielgruppe? (Candidate Persona)
  • Wie erreiche ich meine Zielgruppe? (Touchpoint Analyse)
  • Wie kontaktiere ich meine Talente? (Sourcing & Co)
  • Wie bleibe ich mit meinem Talentepool in Kontakt? (Einsatz von myVeeta)

Interessierte melden sich einfach bei mir oder Julia von myVeeta.

Herzliche Grüße
Claudia

PS: Nächste Woche berichte ich über Möglichkeiten im Social Media-Recruiting abseits von Facebook & Co. Das möchten Sie nicht verpassen? Newsletter abonnieren, Social Media Recruiting-Insider werden und 1 x monatlich alle Beiträge (und mehr) gesammelt direkt ins Postfach erhalten; oder per RSS Feed und Social Media am Laufenden bleiben – damit Recruiting wieder einfach wird.

Der Sourcing Summit ist der Place to be für alle, die bereits länger sourcen oder erst gestartet haben. Nirgendwo sonst nimmt man in zwei Tagen so viele Inputs, Tipps und Hacks mit, die man im Active Sourcing einsetzen kann. Zum 3. Mal hat der Sourcing Summit nun in Deutschland stattgefunden, ich war zum 2. Mal dabei, diesmal als Ambassador. Hier meine drei Learnings für alle, die nicht dabei sein konnten. 

Bevor ich meine Learnings weitergebe, kurz zum Summit als Veranstaltung: Bravo, Gratulation und meine Hochachtung an das Organisationsteam, allen voran Barbara Braehmer, die Sourcing Queen aus Deutschland und ihr Team und natürlich an Phil Tusing, der das Format 2011 in Australien etabliert hat und mittlerweile Sourcing Summits auf der ganzen Welt veranstaltet. 

Ein besonderes Highlight war die Event-App Whova: Ich habe sie schon bei der Vorbereitung verwendet, nämlich zur eigenen Programmgestaltung, zum Netzwerken und sogar live bei der letzten Session, wo sich eine (aufgrund mehrerer Krankheitsfälle) sehr spontan zusammengestellte Gruppe der Diskussion Meinungsbild und Erfahrungsaustausch: Praktische Kombination von Sourcing mit Recruiting, Employer Branding und Talent Akquisition“ widmete. Moderator Jan Kirchner hat unsere Fragen direkt aus der App an die Diskussionsrunde weitergegeben. Großartig, dass die Sessions mit einem Farbcode hinterlegt waren und man nach Beginner Level und Advanced Level filtern konnte. Außerdem waren auch die Räume mit einem Farbcode versehen.


Alle Vorträge/Sessions wurden auch gefilmt und den Teilnehmerinnen zur Verfügung gestellt. Das ist super, denn natürlich gab es immer wieder Überschneidungen. So musste ich mich zwar vor Ort entscheiden, kann aber die anderen interessanten Sessions nachholen. Josef Kadlec vergleicht den Sourcing Summit mit Open Source, denn hier passiert Knowledge Sharing. Besser könnte ich das auch nicht ausdrücken. 😉 Klick um zu Tweeten

Meine wichtigsten Learnings vom Sourcing Summit 2019

  1. Sourcing darf nicht als gesonderte Funktion gesehen werden.
    Erfolgreiches Sourcing benötigt nicht nur Tools und Skills, es ist wichtig, dass alle Recruitingverantwortliche – also HR und Hiring Manager und im Idealfall eigentlich alle Mitarbeiterinnen – wissen, was unter Sourcing im jeweiligen Unternehmen verstanden wird und alle müssen das mittragenMindset Shift ist gefragt! 
  2.  Sourcing ist try and error.
    Ja, es gibt unzählige Tipps und Tricks, aber nicht immer funktioniert alles bei jedem. Es gibt rechtliche Grenzen (oder vielleicht Graubereiche), 😉 es gibt zielgruppenspezifische Unterschiede und es gibt Änderungen, mit denen wir leben müssen. So hat XING zum Beispiel die Boolsche Suche für Premium-Mitglieder abgeschafft (es gibt trotzdem noch Möglichkeiten, XING für Active Sourcing zu nutzen).  
  3. Tools einsetzen, die vielleicht gar nicht für Sourcing gedacht sind.
    Egal ob bei der Identifikation, in der Ansprache oder im Beziehungsmanagement: Am Markt sind sehr viele Tools, die unterstützen können. Ausprobieren und vertraut machen, entscheiden, womit man arbeiten kann und will, das gilt für alle Sourcer. 

Am Abend des 1. Tages gab es wieder eine Sourcing Challenge, an der ich gemeinsam mit vier anderen Sourcing-Expertinnen teilgenommen habe. Und was soll ich sagen, genau der Fall (drei waren gefragt), der uns einfach erschienen ist, den konnten wir nicht schnell genug lösen.  🙁 

Für alle, die sich weiterführend mit Sourcing auseinandersetzen wollen, habe ich noch folgende Empfehlungen: 

Setzen Sie sich einmal wirklich mit dem Thema auseinander und hinterfragen Sie, ob Sourcing die richtige Maßnahme ist.

Im nächsten Newsletter (Anfang Mai) für Social Media Recruiting-Insider gibt es eine ausführliche Zusammenfassung der lehrreichsten Vorträge mit einigen Praxistipps; wer den Newsletter noch nicht abonniert hat, sollte das am besten JETZT nachholen.

Außerdem hat Barbara Braehmer ein Buch auf den Markt gebracht, das heute erscheint: Praxiswissen Talent Sourcing: Effiziente Kombination von Active Sourcing, Recruiting und Talent Management (Haufe Fachbuch)*, davon verlose ich ein Exemplar an die Person, die jetzt auf den Geschmack gekommen ist und mir als erstes die Lösung der Sourcing Challenge schickt: 

Gesucht wird eine Person aus Österreich, die aktuell als Marketing Manager arbeitet und davor als HR Manger tätig war.

Wen suche ich? Link zur Person an mich schicken, wer mir als erstes die richtige Person nennt, dem schicke ich eine Ausgabe! 

Falls Sie wissen möchten, wie Sie Kandidatinnen mit Ihrer Ansprache ganz sicher vergraulen, dazu habe ich schon 2015 ein „Praxisbeispiel“ gebracht. 😉

Ich werde 2020 ganz sicher wieder beim Sourcing Summit dabei sein und ich hoffe, das sich noch ein paar mehr Teilnehmerinnen aus Österreich finden. 

Herzliche Grüße
Claudia 

PS: Demnächst erwartet Sie ein Interview mit Jan Pichler von myVeeta. Wenn Sie Fragen haben zum Thema Talent Relationship Management, dann lassen Sie es mich wissen! Den Blogbeitrag möchten Sie nicht verpassen? Newsletter abonnieren, Social Media Recruiting-Insider werden und 1 x monatlich alle Beiträge (und mehr) gesammelt direkt ins Postfach erhalten; oder per RSS Feed und Social Media am Laufenden bleiben – damit Recruiting wieder einfach wird.

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TALENTpro Expofestival – so lautet der korrekte Titel der TALENTpro 2019 in München. Schon 2018 war die TALENTpro ein Mix aus Messe, Kongress, BarCamp und Festival – von allem etwas aber inhaltlich ganz klar ausgerichtet auf Recruiting, Talentmanagement und Employer Branding. Ich war auf Einladung und als Vortragende von digital-recruiter dabei und habe nicht nur selbst zwei Vorträge gehalten, sondern  für alle, die nicht vor Ort sein konnten, meine Highlights dokumentiert. 

Eine Besucherin hat gemeint: „Es ist so vielfältig, laut und eindrucksvoll – Festival eben“, dem kann ich mich nur anschließen. Diesen Titel hat die TALENTpro wirklich zu recht. Bunt und vielfältig waren nicht nur die Ankündigungsplakate, sondern auch die Gestaltung der gesamten Zenith Halle. Foodtrucks, Kühlschränke mit gratis Wasser und viele Ausstellende, die Kaffee angeboten haben – die kulinarische Versorgung war tadellos. Musik hat die Stimmung immer wieder aufgelockert, ein Superman auf Stelzen ist durch die Halle marschiert und war genau so ein beliebtes Fotomotiv wie die das Monster. Hier tanzt es sogar. 😉 

Vieles war sehr gut organisiert und durchdacht, die Schirme, die zur Verfügung gestanden sind, die Ladestationen für Handys und mehrere Chill-out-Lounges zum Ausruhen zwischendurch. 

Optimierungsbedarf gibt es beim Messestandbau, es haben sich leider immer wieder Teile der Stände „verabschiedet“, so wurde permanent irgendwo geklebt und gehämmert, das Garderobenkonzept hat gleich in der Früh für einige Irritationen gesorgt und es gab auch Technik-Ausfälle, aber das gehört zu so einer Veranstaltung ja irgendwie dazu. 

Großartig, dass so viele tolle Speaker da waren, leider waren immer mehrere Vorträge zeitgleich. Das bedeutet einerseits, dass man sich immer entscheiden musste, und andererseits (und das ist leider auf allen Fachveranstaltungen das größte Problem), dass sich die Vortragenden quasi duellieren. Genau gegenüber von der digital recruiter-Bühne war der LinkedIn-Stand, wir haben zeitgleich gesprochen und meine Zuhörerinnen wurden von zwei bis drei Seiten beschallt. Viele Besucherinnen haben nach einem ausgedruckten Programm gefragt, wo man sich einfach die gewünschten Vorträge markieren kann (die Digitalisierung hat eben ihre Grenzen). 😉

Das Programm war so vielfältig, dass es schwierig war, den Überblick zu behalten. Spezielle Angebote gab es für die Zielgruppen Hotellerie und Public SectorIch war leider bei keinem Vortrag vom Anfang bis zum Ende dabeiDas nehme ich mir für nächstes Jahr fest vor, mir vorab ein Programm zusammenzustellen und auch selbst wieder Impulse zu erhalten. Die TALENTpro wurde umrahmt von PreEvents und einer After Show, ich gestehe, das habe ich zeitlich nicht geschafft und wäre mir auch zu viel gewesen. Zwei Tage voller Inputs, Impulse und unzähligen Gesprächen, da tut es gut, sich am Abend ins Hotelzimmer zurückziehen zu können. 

Letztes Jahr habe ich mich schon über Ausstellerinnen und Besucherinnen aus Österreich sehr gefreut, München ist ja nicht so weit weg. Auch heuer waren wieder viele vertreten, zum Beispiel hokifymyVeetaJoinvisioneRecruiterPrescreenFirstbirdwhatchado. Nachdem die Zukunft Personal 2019 abgesagt wurde, ist die TALENTpro im Frühjahr 2020 sicher für viele eine Alternative.

Im Gegensatz zur ersten Veranstaltung 2018 war die TALENTpro heuer 2-tägig. Ich persönlich habe die Verdichtung an einem Tag sehr geschätzt, viele Ausstellerinnen haben mir das auch gesagt. Die zahlreichen Vorträge waren natürlich überschneidend und da es immer um die Themen Recruiting und Talentmanagement geht, haben einige Besucherinnen auch das Gefühl, sie haben vielleicht etwas verpasst. Laut Veranstalter waren letztes Jahr übrigens 1305 Besucherinnen da und heuer 1669. Die Anzahl der Ausstellerinnen hat sich allerdings deutlich erhöht. 

Meine 3 Learnings von der TALENTpro 

  1. Google ist auf dem Vormarsch
    Alle Vorträge, die die Begriffe Google und/oder Retargeting im Titel hatten, waren sehr gut besucht. Just an dem Tag kam die Meldung, Google for Jobs startet ab sofort in Deutschland. Die einen lässt das übrigens ziemlich kalt, andere meinen, das wird die Jobsuche radikal verändern
  2. Derzeit sprießen noch fast täglich neue Jobbörsen (wie Schwammerl im Wald) aus dem Boden.
    Der Markt der Jobbörsen wird also größer und noch unübersichtlicher
    Auf der TALENTpro haben sich unzählige neue Jobbörsen, die meisten mit dem Fokus auf eine bestimmte Zielgruppe, präsentiert.
  3. Auch Sourcing war offenbar sehr gefragt
    Es waren Unternehmen vertreten, die Lösungen für das finden von Profilen haben, die das Sourcing von Profilen quasi übernehmen. Sourcing-Outsourcing also. Hier gibt es gleich noch einen Veranstaltungshinweis von mir: den Sourcing Summit im April, ebenfalls in München, ich bin heuer als Ambassador dabei und bin schon sehr gespannt auf neue Sourcing Hacks. 
Wer sich Inputs zu aktuellen Recruiting Trends und einen Überblick über aktuellen Softwarelösungen für Recruiting, Employer Branding und Talentmanagement schaffen möchte, der sollte die TALENTpro 2020 nicht verpassen. Klick um zu Tweeten

Herzliche Grüße
Claudia

PS: Vorfreude ist die beste Freude, deshalb hier das Thema von nächster Woche: Facebook Recruiting, denn dazu gibt es was Neues! Das möchten Sie nicht verpassen? Newsletter abonnieren, Social Media Recruiting-Insider werden und immer am Monatsanfang alle Beiträge (und mehr) gesammelt direkt ins Postfach erhalten – damit Recruiting wieder einfach wird.

Den Sourcing Summit gibt es bereits seit 2011. Seither findet er nicht nur in Australien statt (von dort stammt der Gründer Phil Tusing), sondern weltweit. Da ich es 2017 nicht zum 1. Sourcing Summit in Deutschland nach Mainz geschafft habe, habe ich mir gleich nach Bekanntgabe des Termins für 2018 diesen im Kalender eingetragen und habe 2 Tage in München verbracht.

Mehr als 300 Personen aus der DACH-Region haben teilgenommen, davon nur eine kleine Anzahl aus Österreich (10 um genau zu sein). Das Speaker Line up war international besetzt, das Programm sehr dicht. Man hatte parallel jeweils die Auswahl aus drei Programmpunkten und das war wirklich schwierig, ich habe auf jeden Fall noch einiges verpasst. Die Agenda war vielfältig: Von den „Hindernissen semantischer Suchmaschinen“ über „Wie binde ich Manager in den Sourcing Prozess ein“ bis „Aufbau eines Sourcing-Teams in der Praxis“ und einer Sourcing Challenge – alles dabei! Mir (und einigen anderen) hat eine Abend Session und zwar das „Sourcing Lab“ sehr gut gefallen: ca. 100 Sourcer, die sich gegenseitig ihre Tipps und Tricks verraten, Fragen stellen und im direkten Austausch voneinander lernen!

Fotocollage vom Sourcing Summit 2018

Die Inhalte der Vorträge und Workshops, an denen ich teilgenommen habe, in einen Blogbeitrag zu packen ist schlichtweg unmöglich, aber ich habe hier meine Key Learnings zusammengefasst:

Den einen richtigen Active Sourcing-Weg gibt es nicht!

So unterschiedlich wie wir Menschen sind, so unterschiedlich sind die Active Sourcing Strategien, mit denen gearbeitet wird. Die einen schicken direkt eine Kontaktanfrage, die anderen lieber nur eine Nachricht. Eine schreibt kurz und knackig „das ist der Job – interessiert ja oder nein“ die andere möchte lieber einmal unverbindlich in Kontakt kommen. Die eine schickt niemals follow up Mails, die andere immer. Und das Schönste an der ganzen Sache: Alle sind erfolgreich! Jede auf ihre Weise, jede wie es ihr entspricht.

Active Sourcing hat viel mehr mit Persönlichkeit und Mindset zu tun als mit Tools.

Tools sind hilfreich und können uns Zeit ersparen, aber das Allerwichtigste ist unsere Persönlichkeit. Um erfolgreich zu sein, braucht es die richtige Einstellung und Emotion.

Tools es gibt unzählige am Markt.

Viele sind kostenfrei, manche kosten etwas, die meisten sind für die Identifikation von Profilen einsetzbar. Nicht alle sind DSGVO konform, daher am besten immer bei den Nutzungsvereinbarungen nachlesen. Wenn z.B. die Datenspeicherung unklar ist, dann ist meine klare Empfehlung: lieber Finger weg.

Die DSGVO bedeutet nicht das Ende von Active Sourcing!

Die DSGVO regelt, wie mit den Daten umgegangen wird, und hier gibt es keine Unterschiede zu Recruiting. Nach wie vor gelten die selben Regeln wo man ansprechen darf und wo nicht. XING, LinkedIn und andere Plattformen haben dies bereits berücksichtigt. Die Juristen sind nicht ganz einig, ob das tatsächlich ausreichend ist, ich bin hier zuversichtlich. Einer der Speaker hat gemeint: „I don’t care about GDPR“– dem würde ich mich nicht anschließen. 😉

Alle erfolgreichen Sourcer arbeiten mit Candidate Personas und verstehen das Business wirklich!

Die höchsten Response Raten und in weiterer Folge Einstellungen erzielen die Sourcer, die mit Candidate Personas arbeiten und/oder die Sourcer, die das Business wirklich gut kennen bzw. die Kolleginnen und Kollegen aus den Fachbereichen. HR ist in diesem Fall als Sourcer tätig, identifiziert passende Profile und die Führungskräfte sprechen an. Wer jetzt auch auf Candidate Personas setzen möchte (die helfen auch im Recruiting an sich oder für Employer Branding Maßnahmen nicht nur für Active Sourcing) hat in meinem Workshop am 26. Juni die Möglichkeit, die Methode auszuprobieren.

Die Recherche und Identifikation von Profilen ist nicht (mehr) die große Herausforderung.

Die Information ist da, wir können sie mit Hilfe von unterschiedlichen Tools relativ leicht finden. Schwieriger gestaltet sich das Beziehungsmanagement also das Managen der Talentpipe und die kontinuierliche Kommunikation mit potentiellen Mitarbeiterinnen.

Zusätzlich zu den Key Learnings habe ich jede Menge Ideen für künftige Blogbeiträge, Input für mein geplantes Whitepaper zu Active Sourcing und natürlich einige Sourcing Tricks für meine Kundinnen und Kunden mitgebracht! Nächstes Jahr plane ich mit einem „Austria Team“ am Hackathon teilzunehmen – wer kommt mit?

Herzliche Grüße

Claudia

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Future of work, ist ein HR-Kongress, der seit 2012 jedes Jahr im Frühjahr stattfindet. Ich selbst habe es leider noch nie geschafft, dabei zu sein, aber seit 2016 berichtet Barbara immer vom Event und stellt ihre Infos als Gastbeitrag für meinen Blog zur Verfügung. Die Themen der Vorträge und Workshops waren heuer sehr unterschiedlich, von agil bis zukunftsorientierte Arbeitswelt alles dabei 😉

Vom 14.-15.03.2018 versammelten sich wieder zahlreiche Personalisten in Stegersbach zum jährlichen Future of Work. Elmar Rodler und Franz Kühmayer bezeichnen es als Klassentreffen der HR-Branche und wenn man bereits zum dritten Mal teilgenommen hat, kann man dies nur bestätigen.

Nach den Eröffnungsworten der beiden Herren war es klar, Wandel, Transformation, digital leadership, agility sind die buzzwords der heurigen Veranstaltung.
Beim Future Talk haben die Vertreterinnen und Vertreter der Firmen Metro und Prinzhorn Holding mit Josef Buttinger die zukünftigen Rollen des HR diskutiert. HR ist meist für alles verantwortlich. Abgrenzung ist wichtig, Klarheit ist gefordert. Viele IT-behaftete Schlagwörter dominieren das Handeln. Wir wissen, dass wir damit es anfangen müssen aber noch nicht was genau. HR muss sich über die Rolle im Klaren sein und nicht immer den Change Manager spielen. HR ist für die Rahmenbedingungen zuständig. Auf die Teamzusammensetzung und Diversität achten und Führungskräfte diesbezüglich coachen.HR ist nicht mehr das einfache Lohnbüro sondern wichtig in der Gesamtsteuerung des Unternehmens.

Heuer wurde auch erstmals der Bereich Compensation und benefits im Workshop behandelt. In einer sehr großen und interessierten Runde hat Frau Mag. Zöchbauer von A1 Telekom das Gehaltsmanagement der Zukunft mit den Teilnehmer/innen diskutiert.

Von der klassischen Karriere hin zur individuellen Entwicklung, weg von den Funktionen hin zu Rollen, von der klassischen Führungsstruktur hin zu agiler Organisationsstruktur, weg von Information ist Macht zur mehr Transparenz – das sind nur einige Beispiele zu den aktuellen Entwicklungen, die in den einzelnen Workshops immer wieder angesprochen wurden.

Einen weiteren interessanten Workshop gab es von Ströck zum Thema Pop Up Recruiting – HR goes Outdoor von Mag. Eva Planötscher-Stroh. Die eine kreative Lösung auf folgende Herausforderungen gefunden haben: viel Personal in kurzer Zeit finden, hohe Fluktuation, Jobhopper-Jobs besetzen, geringes Qualifikationsniveau usw. Sie haben binnen kurzer Zeit den Recruitingprozess verändert und ein Karrierezentrum in der Wiener Innenstadt eröffnet. Dreimal die Woche kann man sich dort ohne Terminvereinbarung bewerben. Kein Online-Tool, keine Vorselektion mehr, Barriere abbauen. Ca. 50-60% der Bewerber, die sich im Karrierezentrum vorstellen, werden meist innerhalb 1 Woche aufgenommen. Im Sommer wurde auf den Bahnhöfen Wiens oder im Freibad recruitiert, um das Sommerloch zu überbrücken.

Anmerkung: ich habe Eva und ihr Team damals am Hauptbahnhof besucht und so sieht Pop up Recruiting aus:

Agile Teams – more than a buzzword lautete der Titel des Workshop der WU Executive Academy. In einem erfolgreichen Transformationsprozess haben sie es zu einem agilen Team geschafft, welches sich die zu bewältigenden Aufgaben je nach Stärkenorientierung zuteilt. Sie haben auch einige interessante und hilfreiche Tools vorgestellt, die man einfach in die eigene Praxis übernehmen kann auch wenn man nicht die ganzen Prozesse überarbeiten kann/möchte.

Einen motivierenden Abschluss bzw. einen Höhepunkt des ersten Tages lieferte Regisseurin und Speakerin Sigrid Tschiedl mit dem Beitrag „Mehr Wert steuern“. In einem motivierenden, mitreißenden und kurzweiligen Impuls weckte sie nochmals die Teilnehmer/innen zum Thema Verkörperung von Rollen, Körpersprache, Werte und Emotionen. Und zum Abschluss durfte jede/r seinem/r Nachbarn/in ein ehrlich gemeintes Kompliment machen und man bekam auch ein Kompliment zurück – ja, man darf es zulassen und sich freuen. Was gibt es schöneres als ein Geschenk mit Worten?

Am zweiten Tag ging es mit einem Vortrag zu Recruiting 4.0 von Mag. Jutta Perfahl-Strilka, Director Sales New Business, weiter. Auch das Recruiting muss auf die Trends der Arbeitswelt einstellen. Laut einer Studie wollen 45% der Bewerber aktiv angesprochen werden. Bestehende Prozesse und Tools müssen überdacht werden, das Beziehungsmanagement muss verstärkt werden. New Work braucht New Recruiting.

Die Herausforderungen eines Umzugs wurden von den Vertretern der Stadt Wien präsentiert. Weg vom Rathaus, hin zum Haus des Personals. Angst vor Macht- und Prestigeverlust. Die Bereichsdirektorin als Vorbild, die auch vom Einzelzimmer in ein Zweierbüro siedelt. Gute Überlegungen, kreative Ideen und viel Kommunikation haben zum Erfolg beigetragen.
Die Gründer des HR Tech Hub Vienna warfen einen Blick in die Glaskugel und diskutieren mit Franz Kühmayer über die Zukunft des Recruiting.

Nach weiteren zwei Workshops gab es ein Medizinkabarett von Dr. Ronny Tekal – Allgemeinmediziner und Medizinkabarettist. Er gab eine Anleitung zur Nutzung der inneren Apotheke, wie man sie benutzt und sich mit den eigenen Mitteln selbst heilen kann bzw. kleinere Alltagsbeschwerden leicht erledigt hat.
Den Abschluss bildeten wieder die Zusammenfassungen und der Ausblick von Elmar Rodler und Franz Kühmayer.
Die Organisation sowie die Location waren wie immer top, aufgeschlossene Persönlichkeit zum Netzwerken und auch der Spaß kam nicht zu kurz. Nächstes Jahr bestimmt wieder!

Danke Barbara, dass du auch 2018 wieder für uns zusammengefasst hast. Wer einen noch umfassenderen Überblick haben möchte kann hier beim HRweb nachlesen , vielleicht schaffe ich 2019 selbst einen Beitrag zu schreiben ;-).

Herzliche Grüße

Claudia

Die Anzahl an Events für Human Resources steigt von Jahr zu Jahr. Um die Planung ein wenig zu erleichtern, kommt hier ein Überblick für das 1. Halbjahr 2018 in und um Österreich (ohne Anspruch auf Vollständigkeit).

Jänner

Wer spontan ist und am 15.01. noch nichts vor hat, kann sich beim HR Circle über Irrtümer und Mythen in der Personalentwicklung informieren.

Am 23. 01. findet eine WebConference zu Recruiting & Employer Branding statt

Am 25. Jänner gibt es an der FH des bfi Wien eine Podiumsdiskussion „über den Tellerrand hinaus: HR an der Schnittstelle Psychologie und Management“

Ein Online Recruiting Event mit österreichischer Beteiligung findet am 30. 01. statt.

Februar

„The new normal“ ist das Motto bei der TEDx Linz am 10.02.

Am 15.02.2018 findet unser HR Brunch bereits zum fünften Mal statt. Zum dritten Mal in Wien freuen wir uns auf einen regen Austausch und Kipferl & Co im Cafe Landtmann. Diesmal geht es um „Möglichkeiten von Social Media Recruiting“ vs. „Machbarkeit hinsichtlich Datenschutz“.

Ebenfalls am 15.02. findet in Linz die HR Tagung vom Netzwerk Humanressourcen statt

März
Am 06. März könnte man den Besuch der Elbphilharmonie in Hamburg mit der New Work Experience verbinden

Am 14. und 15. März dreht sich in Stegersbach wieder alles um die Future of work

Am 22. März findet erstmalig die TALENTpro in München statt

Fast zeitgleich nämlich von 22.-23. März wäre dann ein Besuch in Berlin mit dem Besuch des HR BarCamp zu verknüpfen

April

Bei der Langen Nacht der Unternehmen am 10. April 2018 können Sie Einblicke in andere Unternehmen bekommen

Am 14. April findet ein TED Event in Wien statt

Von 25. – 27. April könnte man einen Ausflug nach Prag einplanen und mit dem World Employer Branding Day verbinden

Mai

Am 15. und 16. Mai findet wieder in der Wiener Anker Brotfabrik der Corporate Culture Jam statt.

Direkt im Anschluss am 17.05. geht es zur HR Failure Night in Wien

Juni

Am 16. Juni gibt es einen TEDx Event in Klagenfurt

Am 21. und 22. Juni findet der HR 360 European Summit in Wien statt

Wir hoffen es waren einige Anregungen dabei und vielleicht sehen wir einander ja bei der einen oder anderen Gelegenheit. Gut möglich, dass noch weitere Events wie das HR Product Battle oder DisruptHR folgen – wir haben die Planung aber noch nicht abgeschlossen 😉

Herzliche Grüße
Claudia & Marlies

Mit dem diesjährigen Motto: „Re://boost HR – discover smarter solutions” möchte Österreichs größte Fachmesse für Personalmanagement Personal Austria dazu anleiten, das Human Resources Management im Zeitalter der digitalen Revolution neu zu denken und aktiv mitzugestalten.

Der Modus „Turbo Boost“ hat K.I.T.T. und Michael Knight immer wieder aus brenzligen Situationen befreit. Als Kind habe ich die Serie „Knight Rider“ geschaut und war beeindruckt. Nicht nur, dass da ein Auto selbst fährt, sondern auch in Sekundenschnelle Daten herausgelesen werden (Datenschutz war wohl noch nicht angesagt). Und das Auto konnte sprechen! Über eine Uhr! Die Serie ist 35 Jahre alt und was damals einfach utopisch angemutet hat, entlockt Kindern heute sicher nur ein müdes Lächeln. Künstliche Intelligenz, Smartwatches, selbstfahrende Autos, Recruiting Roboter – willkommen im real life 2017.
Boost ist laut Wikipedia u.a. eine freie C++ Bibliothek. Boost besteht aus Unterbibliotheken zu verschiedensten Zwecken. Gemeinsam ist ihnen das Ziel der Produktivitätssteigerung beim Programmieren mit C++. Booster ist u.a. ein Raketenantrieb oder auch ein Energygetränk. Reboost HR – was für ein Motto. Produktivitätssteigerung im HR also. Warum braucht es einen Re-boost? Ist HR müde und/oder nicht produktiv genug? Welche Art von Boost kann es geben und was wäre wirksam?
HR ist zerrissen. Einerseits noch verhaftet im Administrations-Alltag und andererseits schreien Digitalisierung und Co nach neuen Zugängen, Methoden und Arbeitsweisen. Wer, wenn nicht HR sollte wissen, wie New Work eigentlich funktioniert? Geschäftsführung, Führungskräfte und Mitarbeiterinnen wollen Antworten, am besten klare Vorgaben und Ansagen: so funktioniert New Work. Leider gibt es aber keine New Work Weiterbildung, die uns die Modelle bzw. Antworten liefert, damit wir uns dann wieder dem Tagesgeschäft widmen können. New Work ist Tagesgeschäft. Und HR ist in der skurrilen Situation, nicht nur die Organisation, sondern sich selbst bei dieser gewaltigen Änderung zu begleiten.
Künstliche Intelligenz ist noch nicht soweit, uns die vielen lästigen Arbeitsschritte abzunehmen, die unsere Zeit fressen. Noch tippen wir, vielleicht mit Unterstützung von smarten Tools, die Dienstverträge selbst, koordinieren Termine mit Bewerberinnen und Bewerbern und füllen Excel Listen aus. Die Smartwatch misst meinen Kalorienverbrauch und die Schritte, die ich zurückgelegt habe, sagt aber den Führungskräften nicht, wie sie ihr Team am besten managen (von Leadership sprechen wir am besten gar nicht). Sie stellt nicht die richten Fragen im Bewerbungsgespräch und legt auch nicht die Teilnahmebestätigung im Personalakt ab (egal ob Kopie oder elektronisch).
HR soll Vorreiter sein und neue Methoden und Tools ausprobieren und implementieren, muss sich aber oft noch mit traditioneller um nicht zu sagen vorsintflutlicher Technik zufriedengeben. Budget für einen Workshop? Wofür denn das könnt ihr doch selbst.
So oder so ähnlich erleben das derzeit viele HR Verantwortliche. Die Frage aber lautet: was muss sich ändern, was wird sich ändern und vor allem, wie sollen wir das anstellen?
HR ist aktuell in einer schwierigen Rolle. Sich auf die eigentlichen Kompetenzen zurückziehen und verwalten und administrieren, das wäre der einfache Weg. Das können wir, da fühlen wir uns sicher. Kreativ und innovativ, das überlassen wir doch Marketing. Kennzahlen und Co sind im Finanzbereich gut aufgehoben. Und mit IT fangen wir gar nicht erst an, wir wollen ja was mit Menschen machen.
Neue Skills erfordern, dass wir uns raus aus der Komfortzone und rein ins Abenteuer begeben. Augen aufmachen, Ärmel hochkrempeln und los geht’s. Halt, das braucht Ressourcen. Wir sind aber doch mit dem Ausstellen von Dienstzeugnissen und der Schaltung von Inseraten beschäftigt. Außerdem hören wir natürlich zu, wenn uns Führungskräfte ihr Leid klagen. Über inkompetente Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, fehlende Motivation und jetzt ist auch noch eine schwanger, gibt’s eigentlich schon Ersatz? Und doch wird allen Ernstes die Frage gestellt, ob HR in Zeiten von Digitalisierung und New Work eigentlich noch Daseinsberechtigung hat?
Die gute Nachricht: neue HR Funktionen wie Active Sourcing, HR IS Management oder Chief Happiness Officer lassen darauf schließen, dass HR noch längere Zeit Overheadkosten in Unternehmen verursachen wird. Allerdings wird es, wie in allen anderen Funktionen in Unternehmen auch, wohl zu einer Änderung der Rolle und damit einhergehend zu einer Erweiterung der Kompetenzen kommen müssen. Von der Administration über die Business Partnerschaft hin zum Inhouse Consultant? In der aktuellen Ausgabe Personal Manager habe ich einen Beitrag zum Thema „Human Resources als Role Model für New Work“ geschrieben und ein paar Anregungen zur HR Transformation gegeben (der Artikel ist online nicht verfügbar, wir schicken gerne ein pdf oder ein Exemplar der Zeitschrift zum Nachlesen).
„Braucht New Work HR?“ diese Frage diskutiere ich nächste Woche auf der Personal Austria mit zwei Human Resources Manager/innen aus dem Bankensektor. Wer das mitverfolgen oder selbst mitdiskutieren möchte, wir haben noch ein kleines Kontingent an Tickets zu vergeben, Mail schreiben, dabei sein.
Ich freue mich, dass ich Human Resources in die Zukunft begleiten darf. HR Design für New Work & Happy Work. Denn was wäre das eine ohne das andere?

Herzliche Grüße

Claudia

Darf man, wenn man selbst HR Events organisiert, eigentlich über andere berichten? Ist es ok, zwei zu vergleichen? Da wir in erster Linie daran interessiert sind, Menschen in HR Funktionen zu unterstützen, haben wir uns dazu entschieden, zu berichten. Und so, allen, die dabei waren, eine Nachlese und allen, die nicht dabei waren, eine Entscheidungsgrundlage für das nächste Jahr zu bieten. Daher kommt hier ein Versuch, das HR BarCamp und den HR Inside Summit zu vergleichen. Ein Versuch deshalb, weil die beiden Events völlig anders gestaltet und dadurch eigentlich nicht vergleichbar sind.

Ich finde es schön, wenn es neue Formate am Eventmarkt gibt und noch schöner, wenn diese sich vom Ablauf und Programm unterscheiden. Natürlich bringt das auch die Qual der Wahl mit sich. Schwierig ist sicherlich die zeitliche Nähe. Zwei 2-Tages HR Events im Zeitraum von zwei Wochen. Das lässt sich vermutlich für die meisten kaum mit dem Arbeitsalltag in Einklang bringen. Für diese These spricht übrigens, dass beide Veranstaltungen heuer nicht ausverkauft waren. Ich gehe aber davon aus, dass viele, die im HR tätig sind, grundsätzlich interessiert an den Events sind. Also muss man eine, wirklich schwierige, Entscheidung treffen: HR BarCamp oder HR Inside Summit?

Ich beginne mit dem HR BarCamp aus dem einfachen Grund, weil es 2 Wochen früher stattgefunden hat. Beim HR BarCamp, organisiert von whatchado, war ich heuer das erste Mal dabei. Überrascht hat mich die hohe Anzahl der Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus Deutschland, auch aus der Schweiz und sogar aus den Niederlanden waren einige HR Kolleginnen anwesend. Müsste ich es in einem Wort zusammenfassen, dann wäre das wohl „HR Familientreffen“. Nicht nur weil Jubin uns alle gleich zu Beginn „umarmt“ hat, sondern auch, weil die Atmosphäre 2 Tage durchgängig eher familiär war. Alle sind per du (das ist eine der ganz wenigen BarCamp Regeln), viele kennen sich bereits (entweder aus den Vorjahren oder eben aus der HR Szene) und es gibt, abgesehen von kurzen Inputs zum Ablauf durch die Moderatoren (ich würde sie eher Gastgeber nennen), kein vorher festgelegtes Programm. Jeder kann sich einbringen, keiner muss.
Was ist eigentlich ein BarCamp? Hier die Definition:
Ein BarCamp ist eine Ad-hoc-Nicht-Konferenz, auch Unkonferenz genannt und das erste deutschsprachige hat übrigens 2006 in Wien stattgefunden.

Das Format birgt die Gefahr, dass die vorgeschlagenen und ausgewählten Themen für mich nicht relevant sind. Tatsächlich war es so, dass die meisten mit denen ich gesprochen habe, sehr gerne noch bei mehr Sessions dabei gewesen wären. Ich habe mir bewusst Sessions ausgewählt, von denen ich gehofft habe, dass ich mit mehr Know-how heimkomme. Bei 2 der 5 besuchten Sessions war dies für mich auch der Fall. Robindro hat großartig erklärt, wie Bots eigentlich funktionieren und hat die Diskussion für Einsatzbeispiele im HR eröffnet. Barbara hat uns mit Sourcing Tipps versorgt und vor allem Kolleginnen, die im IT und Tech Recruiting tätig sind, hilfreiche Tricks mitgegeben.
Noch mehr Nachlese gibt es hier:
https://www.arbeitgebermarkenfreunde.de/yvonnes-erste-session-zum-thema-employee-benefits
http://www.mein-tellerrand.de/hrbc17-wien/
https://blog.whatchado.com/hr-barcamp-wien-drei/
https://intercessio.de/5-fragen-rund-um-das-hr-barcamp-in-wien/
und natürlich auf Twitter #hrbc17

Und schon sind wir beim HR Inside Summit. Müsste ich diesen HR Event in einem Wort zusammen fassen wäre es wohl „glanzvoll“. Wiener Hofburg, moderiert von Christian Clerici, HR Award mit Gala Dinner. Die gesamte Organisation ist sehr professionell, aber hier sind ja auch Profis am Werk, deren Business es ist, Events zu veranstalten. Das Programm ist wenig interaktiv (manche Sessions sind das durchaus, aber das weiß man natürlich im Vorfeld nicht) und ob die Speaker inspirierend oder berührend sind kann man im Voraus auch nicht erahnen.
Was ist eigentlich ein Summit? Hier die Definition:
Zusammenkunft, Konferenz hochrangiger Politikerinnen und Politiker besonders aus führenden, einflussreichen Staaten; internationales Treffen auf höchster Ebene.

Auf der Website wird „Wissenstransfer / Networking / Entertainment“ angekündigt, und ja – irgendwie ist es ein wenig von allem. Wissenstransfer findet vorrangig in den Sessions statt, Networking in den Pausen (die einige Teilnehmerinnen zu großzügig angesetzt finden) und Entertainment auf der Mainstage. Dietmar Dahmen hat mit seiner Keynote und der „Kettensäge gegen Polster“ Performance das Publikum gespalten. Von „geht gar nicht“ bis „grandios“ habe ich alle Kommentare gehört.

Eine erste Nachberichterstattung gibt es schon von Eva auf dem hrweb. Nachdem ich auch einige bloggende Kolleginnen und Kollegen im Publikum gesehen habe, werden hier sicher noch Berichte folgen. Die Tweets sind überschaubar, aber es gibt ein paar #hris17.
Und wer sich bis jetzt noch nicht zu einem HR Event, das erstmalig in Österreich stattfindet und ein ganz anderes Format als das BarCamp und der HR Inside Summit ist, angemeldet hat, sollte das schnell nachholen: ich hoffe wir sehen uns bei DisruptHR am 05. Oktober 2017 in Wien.

Herzliche Grüße
Claudia

September ist nicht nur Schulbeginn, für viele ist die Urlaubszeit vorüber. Budgetplanungen stehen an oder sind in der heißen Phase, die Zeit bis zum nächsten Urlaub scheint lange zu sein. Und der Herbst ist auch die Zeit der Weiterbildung, sich informieren, was es neues am Markt gibt. Dazu eignen sich Events wie Tagungen, Kongresse, Messen etc. Seit einigen Jahren gibt es neue Veranstaltungsformate speziell für die Zielgruppe HR und jedes Jahr kommt (zumindest) ein neues dazu. Wie soll man hier noch die Übersicht bewahren und vor allem eine Entscheidung treffen? Hier kommt unser Überblick in chronologischer Reihenfolge inklusive Auswahlhilfe:

Den Start im September macht das 3. Wiener
HR BarCamp
14. und 15. September 2017, Wien
Veranstaltet von Whatchado

Wer teilnehmen sollte: Alle, die noch nie auf einem BarCamp waren. Das Format spricht für sich und alle, denen das zu ungenau ist können in unserem Gastbeitrag vom letzten Jahr nachlesen wie das abläuft.

Knapp 2 Wochen später geht es in die 2. Runde für den
HR Inside Summit
27. und 28. September 2017, Wien
Veranstaltet von ÜBERALL scene development
Alle, die sich bis zum 13. September für unseren HR Relations Newsletter oder in unserem HR Karrierecenter eintragen, haben die Chance, ein Standard Ticket zu gewinnen.
Wer teilnehmen sollte: Alle, die vielleicht ein wenig den internationalen Flair bei HR Events vermissen und die sich Impulse und Inspiration holen möchten. In meinem „Reisebericht“ habe ich den Besuch im letzten Jahr zusammengefasst.

Im Oktober kommen wir zu meinem persönlichen Highlight 😉 we proudly present
DisruptHR Vienna
05. Oktober 2017, Wien
Veranstaltet von HR Relations

Hier kommt die 2. Gewinnchance für alle, die sich bis zum 13. September für unseren HR Relations Newsletter oder in unserem HR Karrierecenter eintragen, es gibt ein Regular Ticket zu gewinnen!
Wer teilnehmen sollte: Natürlich alle, die in HR Funktionen sind. Alle, die neugierig sind. Alle, die mutig sind. Wir freuen uns auf euch!
DisruptHR kommt nun nach Wien und steht unter dem Motto „From another point of view“! „Disrupt“ bedeutet Dinge zu „zerstören, zerrütten, zerreißen“. Ist die Human Resources Funktion noch zeitgemäß oder sogar obsolet? Wie kann das HR Business künftig aussehen und was muss sich ändern, um den Anforderungen von New Work & Co gerecht zu werden? Was kann hilfreicher sein, um die eigene Funktion und den Berufsstand zu hinterfragen, als die Perspektive zu wechseln?

Um Flexibilität geht es bei dem diesjährigen
Forum für Human Resources Management
12. – 13. Oktober 2017, Salzburg
veranstaltet vom ÖPWZ

Wer teilnehmen sollte: Personen, in HR Funktionen, die sich mit dem Thema Flexibilität aus unterschiedlichen Aspekten beschäftigen. Die Mitgliedschaft im Forum Personal ist keine Voraussetzung für die Teilnahme.

Gleich in der nächsten Woche heißt es
PEp – Personal­entwicklung pur
19. und 20. Oktober 2017, Mauerbach
Veranstaltet von Business Circel
Wer teilnehmen sollte: Nomen est omen, alle, die sich schwerpunktmäßig mit Personalentwicklung beschäftigen.

Dann haben wir ein wenig Verschnaufpause bevor es im November weitergeht und zwar zur
Personal Austria
08. und 09. November 2017, Wien
Veranstaltet von Spring Messe
Wir freuen uns, dass wir ein Kontingent an Frei-Tickets erhalten haben, die wir gerne an (3 Mal dürfen Sie raten ;-)) die Abonnentinnen unseren Newsletters und die registrierten Kandidatinnen in unserem HR Karrierecenter weitergeben.
Nachdem ich in den letzten 2 Jahren nicht wirklich überzeugt war, dass das Messeformat noch zeitgemäß und ein Besuch lohnenswert ist, freue ich mich sehr, dass die Veranstalter sich jetzt wirklich ins Zeug legen, um die Personal Austria wieder zu einem Highlight der HR Eventszene zu machen. Wieso ich das weiß? Weil ich an beiden Tagen um die Mittagszeit ein HR Battle moderieren werde . Diesmal wird es nicht um HR Products gehen, aber der verbale Schlagabtausch und wirkliches Vergnügen verspreche ich schon jetzt!
Wer teilnehmen sollte: Alle, die sich einen Überblick über HR Themen und Tools erhoffen und natürlich alle, die mich live erleben möchten ;-).

Ende November finden dann 2 spannende Formate am gleichen Tag statt nämlich
LinkedHR Leader
30. November, Mauerbach
Veranstaltet von BELINKED business networks
Wer teilnehmen sollte: Alle, die Interesse am persönlichen Netzwerken haben und ihre Gesprächspartner schon im Vorfeld bestimmen möchten.

The Disruptive HR Programme
30. November, Wien
Veranstaltet von Disruptive HR
Wer teilnehmen sollte: HR professionals who are interested in changing HR and want practical help to make it happen.
Wir haben Lucy Adams heuer beim Fifteen Seconds Festival kennen gelernt und freuen uns, dass sie einen Tag in Wien verbringen wird.

Die Aufzählung erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit und ist eine Auswahl, die wir nach bestem Wissen und Gewissen getroffen haben. Wir denken, dass für jeden etwas dabei ist und freuen uns, darauf Sie auf dem einen oder anderen Event persönlich zu treffen!
Wir sind (leider) nicht auf allen HR Events vertreten (irgendwie müssen die Tickets ja auch finanziert werden ;-)), wir versuchen jedes Jahr ein wenig abzuwechseln. Wir sind auch immer gerne auf Veranstaltungen, die nicht unmittelbar HR als Zielgruppe haben, ganz im Sinne von „über den Tellerrand hinaussehen“. Das waren im Jahr 2015 z.B. der Innovationskongress in Villach, 2016 das Wirtschaftsforum 2komma7 und 2017 das Fifteen Seconds Festival. Gibt es eine Empfehlung für 2018?

Herzliche Grüße & viel Vergnügen
Claudia