Facebook hat in Österreich 3,7 Millionen aktive User in allen Altersgruppen (Stand August 2016). 72 % davon benutzen die Plattform mindestens einmal am Tag. Facebook ist das wichtigste Soziale Netzwerk in Österreich, zur Facebook Familie gehören auch WhatsApp und Instagram. Weitere hilfreiche Details zur Zielgruppenanalyse findet man hier.

Als ich im Jahr 1999 das erste Online Jobinserat auf jobpilot.at veröffentlicht habe, war das eine kleine Revolution. Musste man davor möglichst viel Info auf möglichst wenig Platz unterbringen, Dinge wie Anzeigenschluss, Bürstenabzug und ähnliches beachten war plötzlich alles anders. Die Inserate wurden immer länger (Online Platz kostet nix), anfangs noch sehr textlastig und vermutlich haben wir die Bewerbung noch per Post oder (megafortschrittlich) per Mail verlangt. Die Möglichkeit zur Online Bewerbung, ATS oder ähnlichem war (jedenfalls für mich) nicht absehbar.

Heute haben wir nicht nur unzählige Möglichkeiten, auf diversen Jobportalen, Jobbörsen und natürlich unserer eigenen Website Job Ads zu schalten, auch im Social Media Bereich wird dies zunehmend einfacher und machbar. Welche Möglichkeiten gibt es dazu auf Facebook:

Möglichkeit 1:
Einfach einen Link zu einem bereits veröffentlichen Stelleninserat (entweder von der unternehmenseigenen Website oder einem Online Portal)
-> im eigenen Profil posten
da hängt die Reichweite natürlich davon ab, ob man denn in den eigenen Kontakten genau die benötigte Zielgruppe hat (das ist wohl eher geeignet, wenn man Mitarbeiterinnen, die bereits im gesuchten Aufgabengebiet tätig sind darum bittet)
-> in einer entsprechenden Gruppe wie zum Beispiel https://www.facebook.com/groups/jobsinoesterreich/ posten oder in einer Gruppe, die thematisch zum Job passt
Vorteil: es kostet nichts, es geht superschnell
Nachteil: die zu erreichende Zielgruppe ist natürlich eingeschränkt, viele Recruiterinnen mögen es auch nicht, wenn sie in ihrem eigenen Namen und nicht zB als Unternehmen posten (ich adressiere hier natürlich nur die Recruitingsicht und nicht die der potentiellen Bewerberinnen).

 

Möglichkeit  2:
Sie kreieren gemeinsam mit Ihrem Marketingteam oder einer externen Agentur ein eigenes Facebook Ad für das Stelleninserat.

Vorteil: professionell, derzeit gibt es noch wenig „Konkurrenz“ in diesem Bereich, es können Zielgruppen erreicht werden, die nicht aktiv auf Jobsuche sind, das Budget für das Facebook Ad kann deutlich unter den Kosten für ein Online Inserat liegen.
Nachteil: es kostet je nach Vorgehensweise die Erstellung des Ads etwas und braucht vor allem eine intensive Vorbereitungsphase (Stichwort Zielgruppenanalyse). Es gibt noch wenige Social Media Profis (und noch viel weniger Inhouse Marketing Profis) die hier Erfahrung vorweisen können.

 

 

 

 

Möglichkeit 3:

Outsourcing. Online Stelleninserate kaufen und diese werden direkt über Jobportale auch auf Facebook veröffentlicht.

Wie funktioniert das?

Ich habe mit Wolfgang Krapesch, Product Manager, von Stepstone über Facebook Job Ads gesprochen und hier ein paar hilfreiche Infos:
Stepstone Kundinnen schicken das fertige Inserat,es wird für die nötige Reichweite gesorgt, damit passende Bewerberinnen gefunden werden können. Dabei werden die Methoden an die jeweilige Plattform angepasst: Google, SEO, Metasuchmaschinen oder eben Facebook. Das Medium Facebook wird viel und vermehrt genützt, die Schnittmenge mit Jobsuchenden ist sehr groß. User Werbung und Traffic Management wird übrigens vom Stepstone Traffic Team in Deutschland bespielt, österreichische Kunden profitieren von diesen Strategien. Facebook Retargeting Ads funktionieren sehr gut, das bedeutet dass mittels Cookies herausgefunden wird, für wen die jeweiligen Jobs passen könnten, dann werden diese entsprechend eingeblendet. Die Facebook User finden das nicht störend, wenn ich kein Interesse habe, scrolle ich einfach weiter, wenn doch reicht ein Klick. Um eine Bewerbung über Facebook zu erhalten braucht es übrigens im Schnitt zwischen 40 bis 50 Ansichten.

Für schwierig zu besetzende Positionen, wo z.B. die Zielgruppe rar ist, ist nicht nur Reichweite das Ziel sondern auch die Möglichkeit, einmal bewusst zu machen, dass es hier eine Jobmöglichkeit gibt, eine gute Chance. Um ein erfolgreiches Job Ad zu schalten, bedarf es der Zusammenarbeit von Stepstone mit den Kundinnen. Es ist nicht ausreichende, Aufmerksamkeit zu schaffen, das Angebot muss genau so „passen“ wie die Darstellung des Job Ad. Dafür gibt es hilfreiche Tools wie z.B. die Eyetracking Studie. Eines ist unabdingbar: die Unternehmen müssen sich in die Lage der potentiellen Bewerberinnen versetzen und entsprechend agieren. Denn die gefragten Mitarbeiterinnen sitzen nicht daheim auf der Couch und suchen aktiv einen neuen Job.

Für
StepStone-Inserate ist übrigens der gesamte Mix an Werbemaßnahmen über alle Quellen
inkludiert, die Facebook Ads kosten daher nicht extra.

Auch von Karl Edlbauer, Gründer und Geschäftsführer von hokify, habe ich ein paar interessante Informationen erhalten:
Grundsätzlich gibt es bei hokify vier Arten wie Bewerber auf die Stellen kommen: (1) Organisch über unsere Page und Apps, (2) Über Fast-Check-In Plakate die direkt in Filialen und auf Messen ausgehängt werden, (3) Online Bewerbungsbutton auf der Karriereseite falls sie mobil aufgerufen wird, (4) Über Online Kampagnen auf Facebook, Instagram und Snapchat.

Die Online Kampagnen können aktuell über persönliche Abstimmung dazu gebucht werden. Jedoch gibt es schon demnächst auch die Möglichkeit direkt in der hokify Anwendung Online Kampagnen zu buchen. Bei den Online Kampagnen wird auf Basis der Stellenbeschreibung eine Targeting Zielgruppe definiert. Diese Zielgruppe wird auf Basis von Interessen, Vorlieben, Alter, Standort über die Social Media Kanäle abgeglichen und über bezahlte Werbung ganz gezielt angesprochen.

Zur Response Rate: Wir erreichen derzeit für ein Budget von 100€ circa 10.000 Personen und circa 1.000 Clicks auf das Inserat (schwankt je nach Branche, Relevanz und Grafik in der Anzeige sehr stark). Das sind die Zahlen aus einer Kampagne die wir letzten Monat mit einem großen Kunden gemacht haben. Wie viele dann bei der Stelle auch auf „Bewerben“ klicken schwankt um 10%. Wobei man hier klar sagen muss, dass wir da aktuell noch etwas zu wenige Daten haben, um diese Zahl exakt festzulegen.

Vorteil: ganz klar kosten- und ressourcenschonend.
Nachteil: man kann sich als Recruiterin gar nicht selbst mit der Materie auseinandersetzen und Know How erwerben 😉

Wer schon eine eigene Facebook Karriereseite oder Unternehmensseite pflegt kann und soll diesen Kanal natürlich direkt nützen. Hier steht aber klar Content im Vordergrund, eine Aneinanderreihung von Jobposts ist eher nicht gefragt und wird sehr wahrscheinlich nicht zum Erfolg führen.

Viel Spaß und vor allem viel Erfolg mit dem Recruiting mittels Facebook Ads, vielleicht war ja die eine oder andere Anregung dabei, ich freue mich über Erfahrungsberichte!

Herzliche Grüße
Claudia

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