Jobpostings zur Weihnachtszeit

Stelleninserate zu schalten macht vor Weihnachten keinen Sinn, oder? Seit Jahren ist es diese Frage, die mir beginnend mit der Adventzeit am häufigsten gestellt wird. Ist die Weihnachtszeit auch Recruitingzeit? Recruiting hat mittlerweile immer Hochsaison, es gibt weder ein Sommerloch noch eine „Pause“ um die Feiertage. Es gibt jedoch ein paar Dinge zu beachten und vor allem sollten die Vorbereitungen für Recruitingmaßnahmen, die während der Feiertage wirken, jetzt vorbereitet werden.

Gerade zu den Zeiten, an denen Menschen sich  Ruhe gönnen, über ihr Leben und Ihre Ziele nachdenken, gelangen sie auch oft zu dem Schluss: eine Veränderung muss her. Das bedeutet die Feiertage sind oft die Zeit, wo sich unsere potentiellen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nicht nur Gedanken über ihre Zukunft machen, sondern sich auch aktiv nach einer beruflichen Alternative umsehen. Das sollten wir nützen und mit unseren Stelleninseraten entsprechend sichtbar sein.

Seit Jahren beginnen Gespräche mit Kunden um diese Jahreszeit mit „aber über Weihnachten aktiv sein / Stellenanzeigen schalten (oder ähnliches) lohnt sich doch gar nicht, oder?“. Bedeutet für mich: „It’s beginning to look a lot like Christmas.“ 😉 Wie wäre es, wenn Sie sich zu Weihnachten mit Bewerberinnen beschenken? Damit das auch klappt, müssen wir allerdings JETZT aktiv werden und ein paar Vorbereitungen treffen. Unterscheidet sich also nicht wirklich vom sonstigen Weihnachtstrubel. Lohnt sich aber!

Hier kommt die Mini-Checkliste, wie Sie in drei Schritten über die Feiertage den Erfolg Ihrer Recruiting-Maßnahmen sicherstellen bzw. erhöhen Klick um zu Tweeten.

Nehmen Sie sich eine Stunde Zeit und starten wir mit den Vorbereitungen. Konkret bedeutet das, sich folgendes zu überlegen und am besten gleich aufzuschreiben:

  • Welche Positionen sind noch nicht ausgeschrieben, aber bereits frei gegeben? Stellen Sie sicher, dass Sie im Laufe der nächsten Tage alle Informationen haben, um ausschreiben zu können.
  • Welche Positionen sind schon länger ausgeschrieben und Sie wissen, es gehört etwas geändert? Anderer Text, andere Plattform. Erledigen Sie das jetzt.
  • Bei welchen Inseraten besteht die Gefahr, dass sie gerade am 23.12. „ablaufen“? Sorgen Sie jetzt schon für eine Verlängerung oder schalten Sie diese neu.
  • Ist sichergestellt, dass der Prozess nach dem Klick auf den „Jetzt bewerben“ Button auch funktioniert (das ist häufiger als man denkt, nicht der Fall)? Bitte ausprobieren!
  • Ist sichergestellt, dass auch zwischen den Feiertagen eine Reaktion auf eine Bewerbung erfolgt? Wer übernimmt dies? Sind die notwendigen Zugriffe auf Systeme vergeben? Sie verwenden kein Bewerbungsmanagementsystem? Sorgen Sie dafür, dass eine entsprechende automatische Rückmeldung erfolgt.

Im zweiten Schritt sehen wir uns an, wann genau der richtige Zeitpunkt für Jobpostings aller Art ist. Dabei hilft uns diese Graphik zum entsprechenden Zeitraum des Vorjahres von Google Trends eingegrenzt auf Österreich:

Screenshot Google Trends

Die Suchanfragen mit dem Schlagwort „Job“ erreichen kurz Weihnachten ihren Höhepunkt, danach flaut es ein wenig ab und ab dem Zeitpunkt, an dem üblicherweise alle wieder arbeiten, gehen sie wieder deutlich in die Höhe. Aus diesem Grund sollten Ihre Jobpostings im Idealfall ab der Woche vor Weihnachten und auch danach unbedingt sichtbar sein. Hier eine Ansicht im Detail:

Screenshot Google Trends

Die Anzahl der Bewerbungen selbst ist erfahrungsgemäß vor den Feiertagen etwas niedriger, steigt dann jedoch zu Jahresbeginn wieder an. Die Zeit dazwischen nützen Bewerberinnen, um ihre Lebensläufe zu aktualisieren und sich einmal „umzusehen“. Je öfter sie dabei auf ihr Jobinserat treffen, umso besser. Sehen Sie sich am besten die Anzahl aus dem letzten Jahr an, dann wissen Sie das konkret und können Ihre Maßnahmen entsprechend steuern.

Hier die Abfrage nach Bundesländern gesplittet:

Screenshot Google Trends Screenshot Google Trends

 

 

 

 

Die Feiertage sind also ein guter Zeitpunkt, um aktuelle Jobinserate zu posten, GoogleAds oder Ads auf anderen Social Media-Kanälen zu schalten. Das bedeutet, dass gerade zwischen den Feiertagen unsere Jobinserate auffindbar sein müssen. Und zwar auf den richtigen Portalen. Natürlich gut, wenn sie auf der eigenen Website gelistet sind, aber findet da eine Bewerberin überhaupt hin? Google Trends gibt uns auch Infos, welche ähnlichen Suchanfragen im entsprechenden Zeitraum durchgeführt werden (falls jemand mit dem Gedanken spielt, die Karriere-Website noch schnell SEO tauglich zu machen).

Screenshot Google Trends ähnliche Suchanfragen

 

 

 

 

 

Möchten Sie wissen, welche Suchbegriffe in Österreich die Schlagwortliste anführen? Bitte sehr:

Screenshot Google Trends

 

 

 

 

 

 

 

 

Jetzt aber zu Schritt 3:

  • Bereiten Sie Google Ads und/oder Facebook Posts /Ads vor und planen sie die Schaltung.
  • Machen Sie Hiring Manager darauf aufmerksam, dass sie die Stelleninserate auch während der Feiertage in ihren Netzwerken teilen (und erinnern sie vielleicht nochmals daran). 😉
  • Suchen und identifizieren Sie jetzt potentielle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Die Ansprache im Active Sourcing funktioniert in ruhigen Zeiten ebenfalls besser als unter der normalen Arbeitswoche.
  • Planen Sie nach Ihrem Urlaub entsprechend Zeit ein, um schnell auf die Bewerbungen zu reagieren.

Alles erledigt? Dann hören wir jetzt zur Belohnung „Last Christmas“! 😉

Herzliche vorweihnachtliche Grüße
Claudia

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Recruitingblog – mein Beitrag Nummer 150

Seit Februar 2015 blogge ich über Recruiting und alle Themen, die dazugehören. Dies ist mein 150. Blogbeitrag und heute gibt es einmal einen Blick hinter die Kulissen.

Claudia Lorber

Wie alles begann
Im September 2014 habe ich mein Business als Recruitingcoach gestartet mit einem Wunsch: Ich wollte Unternehmen dazu verhelfen, Recruiting zu optimieren und dadurch für alle Beteiligten – also Recruiterinnen und Bewerberinnen – eine Verbesserung erzielen.
Das hat am Anfang nicht so ganz geklappt (aber das ist eine andere Geschichte) 😉, heute mache ich genau das. Und mein Blog spielt dabei eine wesentliche Rolle. Streng genommen ist er nämlich mein Marketing- und PR-Instrument Nummer 1.
Ein Freund von mir ist Online-Marketing-Experte, er hat mir beim Start mit meiner Website und Google geholfen und als wir im Dezember 2014 zusammengesessen sind, meint er so beiläufig: „Du musst einen Blog schreiben. Du schreibst gern und gut und du hast ein Thema, über das du schreiben kannst.“
Blog? Ich? Kannte ich um ehrlich zu sein bis zu diesem Zeitpunkt eher in Verbindung mit Essen und Lifestyle. Ein Fachblog? Wer will denn den lesen? Ich habe gezweifelt. Und dann kam das No-Go-Kriterium: „Du, wie oft muss ich denn dann bloggen?“, habe ich ihn gefragt. Gedacht habe ich an 1 x im Monat und überlegt, ob ich das nicht doch ausprobiere. Mindestens 1 x die Woche war seine Antwort – wie aus der Pistole geschossen.
Äh, also wie soll mir bitte Inhalt (heute würde ich sagen Content) für einen Beitrag mit ca. 800 Wörtern (das ist so ein SEO-Ding) 😉 1 x die Woche einfallen? No way.
Ja und dann war Weihnachten und ich habe begonnen, zu recherchieren (das kann ich total gut, drum wollte ich ursprünglich Journalistin werden). Ich habe festgestellt, dass es damals in Österreich kaum einen Blog zum Thema HR und schon gar nicht zu Recruiting gab und mich mit der Blogger-Thematik auseinandergesetzt.
Dann habe ich einfach begonnen und meine größte Befürchtung ist nicht eingetreten: nicht zu wissen, worüber ich schreiben soll. Eher fehlt es an der Zeit, alle meine Gedanken zu Recruitingthemen aufzuschreiben und in einem Blogbeitrag zu verarbeiten. Das Schreiben wäre ja noch schnell erledigt, aber dann wird lektoriert, verlinkt und vor allem verteilt. Der beste Blogbeitrag nützt halt auch nix, wenn ihn keiner liest, weil keiner weiß, dass er existiert (das ist ein wenig mit offenen Jobs – es hilft halt nix wenn keiner weiß, dass eine tolle Position zu besetzen ist). 😉
Das alles kostet natürlich Zeit und oft werde ich gefragt, wie viele Stunden ich denn in den Blog investiere. Manche Beiträge sind in 15 Minuten geschrieben, andere benötigen Recherchearbeit oder Vorbereitung für Interviews und ziehen sich über Tage bzw. Wochen. Als ich völlig ohne Contentplanung geschrieben habe, gab es ein paar Mal die Situation, dass ich am Donnerstag noch nicht gewusst habe, was ich am Freitag veröffentlichen werde. Diese Zeiten sind vorbei und selbst sehr arbeitsintensive Wochen oder Krankheiten sind im Moment eingeplant. Klingt total professionell oder? 😉 Je öfter man schreibt, desto schneller funktioniert es und der zweite Teil – nämlich die Verteilung nach der Veröffentlichung – ist mittlerweile auch zur Routine geworden. Was allerdings nach wie vor nicht vorhersehbar ist, ist welcher Blogbeitrag denn gut “ankommt” und welcher nicht. Da bin ich immer wieder überrascht.

Wie weiß ich, was gut ankommt?
Nun, ich habe natürlich Google Analytics und andere Auswertungstools im Einsatz speziell für die Social Media Kanäle, aber die Zugriffszahlen sind meist nicht der Indikator dafür, was gut ankommt.
Sehr gut kommen zwei sehr unterschiedliche Inhalte an:

  • Die emotionalen Artikel, die die ich schreibe, weil mich etwas aufregt und ich mir denke, so muss es nicht sein (dieser hier zum Beispiel).
  • Die Artikel, die einen Überblick schaffen über den Software-Dschungel und ähnliches.

Das erfahre ich übrigens in den seltensten Fällen über einen Kommentar direkt am Blog (was eigentlich das Ziel jedes Bloggers ist), sondern meist in der direkten Kommunikation. Ich bekomme Nachrichten auf XING, LinkedIn und per Mail, viele Menschen, die im HR und speziell im Recruiting tätig sind, schreiben mir: „Du sprichst mir aus der Seele, danke“.
Und das sind Momente, an die ich mich erinnere, wenn es Donnerstagabend ist und mein Blogbeitrag für Freitagfrüh (erscheint immer um 08:30 Uhr) noch nicht fertig ist. Dafür lohnt sich auch manchmal eine „Nachtschicht“.

Hat mir der Blog zu Aufträgen verholfen?
Indirekt ja. Ich habe keinen Anruf bekommen in der Art „Ihr Blog ist super, kommen Sie und machen Sie einen Workshop“, aber ich habe Angebote für Vorträge und Fachartikel erhalten und über diese sind dann wiederum Aufträge entstanden.

Jetzt habe ich also 150 Blogbeiträge verfasst, die Gastbeiträge, die ich in der Zwischenzeit für andere Plattformen und Blogs geschrieben habe, nicht mit eingerechnet. Zeit zu feiern, oder?
Kommen noch 150 Beiträge?

Ganz ehrlich, ich weiß es nicht. Im Moment steht die Contentplanung und bis Ende 2018 gibt es genügend Material. Freude am Schreiben und in letzter Zeit auch vermehrt an Interviews mit HR-Verantwortlichen, die neue Wege im Recruiting gehen, habe ich nach wie vor. Und solange es Menschen gibt, die lesen, was ich da fabriziere werde ich wohl weiter Blogartikel verfassen.

So und jetzt lade ich ein – was wollen Sie wissen? Gibt es Fragen zum Bloggen? Gibt es Wünsche für Inhalte? Wer möchte selbst mal ausprobieren, wie das ist und vielleicht einen Gastbeitrag schreiben? Z.B. über ein HR-Event berichten? Oder gerne auch was Emotionales. 😉

Ich freue mich auf alle Rückmeldungen,

herzliche Grüße

Claudia

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