HR zum hören

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HR Blogs gibt es mittlerweile eine beachtliche Anzahl im deutschsprachigen Raum. Die Anzahl der HR Podcasts auf Deutsch ist allerdings noch recht überschaubar. Podcasts sind eine gute Alternative für alle, die viel unterwegs sind oder die einfach lieber zuhören als lesen. Man kann Sendungen, die man verpasst hat, auf diese Weise nachhören oder völlig zeit- und ortsunabhängig in bestimmte Themen „hineinhören“. Perfekt geeignet für (Dienst-)reisen oder in der U-Bahn oder daheim während man vielleicht kocht oder aufräumt.

Um einen Podcast abonnieren zu können, muss man sich bei einem Musikstreamingdienst wie Spotify, ITunes oder Soundcloud anmelden bzw. alternativ eine entsprechende App verwenden. Nicht jeder Podcast ist über jeden Dienst verfügbar. Die meisten HR Podcasts sind erfreulicherweise auch direkt über die Websiten der Podcastbetreiber (die zumeist auch Blogger sind) erreichbar. Ich schreibe heute auch bewusst in der männlichen Form, wo sind die Frauen, die einen HR Podcast anbieten (immer muss man alles selber machen ;-)).
Als ich vor einigen Monaten begonnen habe für diesen Blogbeitrag, aber auch für mich selbst, zu recherchieren war ich erstaunt. Nur ein einziger deutschsprachiger HR Podcast am Markt. Mittlerweile sind einige wenige Kollegen auf den Zug aufgesprungen und bieten zusätzlichem zum Blog auch Podcasts an.
Die Dauer der Beiträge variieren, genau wie auch die Blogbeiträge unterschiedlich lange sind. Manche dauern nur ein paar Minuten, andere bis zu 2 Stunden. Ich persönlich mag gerne Beiträge, die nicht allzu lange sind. Ich spreche hier nicht von Radiosendungen, wie z.B. Ö3 Frühstück bei mir, die man auch als Podcast nachhören kann, das dauert natürlich entsprechend lange. Ein Verzeichnis deutschsprachiger Podcasts gibt es zum Beispiel hier.
Mir kommt es gerade ein wenig wie die Renaissance der Podcasts vor. Vor mittlerweile über 10 Jahren entstanden, gab es einen kurzen Hype, da sind einige Podcasts entstanden, aber nicht so richtig angenommen worden. Nun scheint die Tendenz wieder aufwärts zu gehen. Zeit, sich diesem Thema auch für HR zu widmen.
Was ist eigentliche ein Podcast? Fragen wir Wikipedia:
Podcasting bezeichnet das Anbieten abonnierbarer Mediendateien (Audio oder Video) über das Internet. Das Kofferwort setzt sich zusammen aus der englischen Rundfunkbezeichnung Broadcasting und der Bezeichnung für bestimmte tragbare MP3-Player, iPod, mit deren Erfolg Podcasts direkt verbunden sind und die heute stellvertretend für jegliche tragbare MP3-Player stehen.[1] Heute werden Podcasts vor allem über Smartphones gehört.[2] Durch die wachsende Verbreitung von Smartphones und den immensen Erfolg einzelner Podcasts wie „Serial“ oder „Sanft & Sorgfältig“ bzw. „Fest & Flauschig“ sind Podcasts seit dem Jahr 2015 von Jahr zu Jahr populärer geworden. Ein einzelner Podcast besteht aus einer Serie von Medienbeiträgen (Episoden), die über einen Web-Feed (meistens RSS) automatisch bezogen werden können. Alternativ sind Podcasts auch unter dem markenneutralen Begriff Netcast bekannt. “
Hier nun eine Auswahl an Podcasts für HR

  • Der älteste noch aktive deutschsprachige Podcast ist wohl der von Sebastian Hollmann. Inhaltliche Schwerpunkte sind Leadership und Digitale Transformation. Zu erreichen direkt über seine Website.
  • Beim Corporate Learning Podcast ist der Name Programm ;-). Zu abonnieren über den RSS Feed (und zumindest angekündigt bald auch auf iTunes).
  • Relativ neu unter den Podcastern sind unsere beiden Bloggerkollegen aus Deutschland Henner & Henrik.
    Seit Oktober 2017 setzt Henner Knabenreich „pm2null“ neben seinem Blog auch auf einen Podcast. Der weist aktuell eine hohe Beteiligung von Österreicherinnen und Österreichern auf. Er hat die Zeit beim HR BarCamp in Wien genützt und Ali Malohdji von whatchado und Eva Planötscher-Stroh von Ströck interviewed. Nachzuhören über iTunes oder Soundcloud.
  • Ein wenig früher hat Henrik Zaborowski seinen Recruiting Podcast gestartet, er hat davor schon mit YouTube Audioerfahrung gemacht.
  • LovingHR ist ein HR Start-up aus Deutschland, auch sie haben vor kurzem mit einem Podcast gestartet.
  • Über iTunes kann man dem Podcast von XING über New Work folgen, alternativ gibt es die Beiträge auch auf YouTube.
  • Intrinsify.me hat Podcast und Blog vereint, kurz gesagt geht es hier um die Motivation von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, zu hören direkt über die Website.

Da die Auswahl an Podcasts zu HR Themen in deutscher Sprache überschaubar ist, hier noch ein paar auf Englisch.

  • Ein Podcast aus Großbritannien, der seit 2015 wöchentlich über Innovationen in HR mit Fokus auf Recruiting liefert ist der Recruiting Future Podcast.
  • Ebenfalls aus UK ist der Employer Branding Podcast, über Soundcloud zu abonnieren.
  • HR Happy Hour findet man auf mehreren Streamingdiensten.
  • TandemNomads ist ein Podcast, der sich ausschließlich der Thematik Expats widmet, die Gründerin Amel konnte ich persönlich kennen lernen und finde die Idee, sich dieser Thematik anzunehmen sehr gut.

Haben wir deutschsprachige HR Podcasts übersehen? Hören Sie HR Podcasts? Wenn ja warum? Und zu welchem HR Thema würden Sie gerne Podcasts abonnieren? Ich freue mich auf Rückmeldungen und Anregungen!

Herzliche Grüße

Claudia

New Work kein Thema für Online Jobbörsen

Wann haben Sie zuletzt ein Printinserat geschalten? Ich gebe zu, bei mir ist das eine Weile her. Allerdings nicht, weil ich grundsätzlich nichts von Printinseraten halte, sondern weil es für die Zielgruppen mit denen ich in den letzten 2 – 3 Jahren zu tun hatte, nicht das geeignete Medium war. Trotzdem bin ich fest davon überzeugt, dass auch Printinserate im Recruiting nach wie vor ihre Berechtigung haben.

Gestern habe ich auf der Personal Austria ein HR Battle moderiert. Geplant war „Mobile Recruiting vs. Printinserat“. Der Sieg ging eindeutig an Mobile Recruiting, repräsentiert durch hokify, da sich niemand von den Printmedien gefunden hat, der zum verbalen Schlagabtausch antreten wollte. Nicht, dass ich nicht bei allen österreichischen Zeitungen, die einen Stellenmarkt veröffentlichen, angefragt habe. Aber irgendwie hatte niemand Zeit ;-). Schade, wäre doch eine gute Gelegenheit gewesen, einmal mit dem Vorurteil „Print ist tot“ aufzuräumen und den Kundennutzen aufzuzeigen. Könnte ich jetzt machen, sehe ich aber nicht als meinen Job.
Ich kann aber an dieser Stelle von einer interessanten Erfahrung berichten, die mich zur Frage bringt: haben die Online Jobbörsen eigentlich auch schon von New Work gehört?
Wir haben für unser eigenes Team Verstärkung gesucht und dies in eine Stellenausschreibung verpackt, die so ausgesehen hat Mitarbeit_bei_HR_Relations.
Dann haben wir 2 Online Jobbörsen identifiziert, über die wir das Inserat veröffentlichen und unserer Zielgruppe zugänglich machen wollten.
Rückmeldung Nr. 1: das sind bitte 3 Inserate, wir möchten daher auch das Geld 3 x
Rückmeldung Nr. 2: da steht keine konkrete Stundenanzahl drin, das können wir nicht veröffentlichen
Ah ja – ist New Work eigentlich bei den Jobbörsen auch schon angekommen?
Nach kurzer Diskussion mit den jeweiligen Vertreterinnen und Vertretern der Jobbörsen haben wir uns entschieden, dass wir uns das Budget einfach sparen und haben eine kleine Social Media Kampagne kreiert. Am erfolgreichsten war die Facebook Kampagne mit diesem Video.
Wir haben 43 Bewerbungen erhalten, und bekommen immer noch welche (wir werden übrigens schon unterstützt, eine Bewerbung ist daher momentan leider nicht sinnvoll).
Nicht nur, dass es immer mehr Online Jobbörsen gibt und wir schon alle Hände voll zu tun haben, den Überblick nicht zu verlieren und immer die passende herauszusuchen, sind manche anscheinend auch noch im Jahr 2004 stehen geblieben. Damit meine ich nicht die technische Entwicklung, sondern einfach das Thema Flexibilität. Arbeitgeberinnen wollen flexible Mitarbeiterinnen und umgekehrt. Ich möchte bitte eine flexible Online Jobbörse. Im Printinserat wäre das übrigens kein Thema gewesen – allerdings hätten wir für den langen Text ganz schön viel bezahlen müssen. Viele andere Wünsche an Online Jobportale haben HR Verantwortliche gerade in einer gemeinsamen Studie des Fraunhofer Institutes mit der Universität Bayreuth geäußert.

Gestern haben wir auch nochmal die Unterschiede zwischen Mobile Recruiting und Online Recruiting erklärt. Danke an dieser Stelle an Florian von hokify der sich nicht nur meinen Fragen sondern auch denen der Zuseherinnen und Zuseher unseres HR Battles gestellt hat. Kurz zusammengefasst bedeutet Mobile Recruiting, dass man sich direkt über das Smartphone oder Tablet bewirbt. Das bedeutet, dass sowohl die Jobbeschreibung als auch der Bewerbungsprozess anders gestaltet sein müssen. Mobil optimierte Karrierewebsiten sind nicht immer auch Mobile Recruiting optimiert.
Meine Kundinnen befürchten oft, dass man im Mobil Recruiting noch mehr beschäftigt ist, das man auch viele unqualifizierte Bewerbungen bekommt. Das kann sein, umso wichtiger ist es die Candidate Journey bewerbungs- und recruitingsseitig zu optimieren. Und der Vorteil im Mobile Recruiting ist sicher, dass man auch als Recruiterin sehr schnell agieren kann und die Absage, genau wie die Bewerbung, fast keine Zeit mehr benötigt.
Was uns in keinem Fall erspart bleibt, ist jedenfalls immer vorab die Frage zu klären, wo hält sich meine gewünschte Zielgruppe auf? Wer würde sich eher über das Smartphone bewerben, wer schätzt vielleicht die Bewerbung via Mail? Sehr interessant fand ich in diesem Zusammenhang die Information, dass auf hokify derzeit die am meisten vertretene Zielgruppe Leute zwischen 24 und 35 Jahren sind.
Sehr vereinfacht dargestellt, könnte man aktuell als eine Faustregel definieren: je höher die erforderliche Qualifikation desto weniger ist es wahrscheinlich, dass Mobile Recruiting die optimale Lösung ist. Für Jobs, die einfachere Tätigkeiten mit geringerer Komplexität bedeuten, ist Mobile Recruiting sicher eine gute Möglichkeit, vor allem schnell zu Bewerbungen zu gelangen. Natürlich muss dann die Rückmeldung auch entsprechend schnell erfolgen.
Wenn ich eine neue Online Jobbörse kreieren würde, würde die gaaaanz anders aussehen. Aber wer weiß, vielleicht kommt das ja noch.
Bis dahin hoffen wir, dass die diversen Jobbörsen auch mal im Jahr 2017 ankommen und sich nicht nur dem optimalen Webdesign sondern auch den veränderten Arbeitsbedingungen widmen!

Herzliche Grüße

Claudia

Reboost HR

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Mit dem diesjährigen Motto: „Re://boost HR – discover smarter solutions” möchte Österreichs größte Fachmesse für Personalmanagement Personal Austria dazu anleiten, das Human Resources Management im Zeitalter der digitalen Revolution neu zu denken und aktiv mitzugestalten.

Der Modus „Turbo Boost“ hat K.I.T.T. und Michael Knight immer wieder aus brenzligen Situationen befreit. Als Kind habe ich die Serie „Knight Rider“ geschaut und war beeindruckt. Nicht nur, dass da ein Auto selbst fährt, sondern auch in Sekundenschnelle Daten herausgelesen werden (Datenschutz war wohl noch nicht angesagt). Und das Auto konnte sprechen! Über eine Uhr! Die Serie ist 35 Jahre alt und was damals einfach utopisch angemutet hat, entlockt Kindern heute sicher nur ein müdes Lächeln. Künstliche Intelligenz, Smartwatches, selbstfahrende Autos, Recruiting Roboter – willkommen im real life 2017.
Boost ist laut Wikipedia u.a. eine freie C++ Bibliothek. Boost besteht aus Unterbibliotheken zu verschiedensten Zwecken. Gemeinsam ist ihnen das Ziel der Produktivitätssteigerung beim Programmieren mit C++. Booster ist u.a. ein Raketenantrieb oder auch ein Energygetränk. Reboost HR – was für ein Motto. Produktivitätssteigerung im HR also. Warum braucht es einen Re-boost? Ist HR müde und/oder nicht produktiv genug? Welche Art von Boost kann es geben und was wäre wirksam?
HR ist zerrissen. Einerseits noch verhaftet im Administrations-Alltag und andererseits schreien Digitalisierung und Co nach neuen Zugängen, Methoden und Arbeitsweisen. Wer, wenn nicht HR sollte wissen, wie New Work eigentlich funktioniert? Geschäftsführung, Führungskräfte und Mitarbeiterinnen wollen Antworten, am besten klare Vorgaben und Ansagen: so funktioniert New Work. Leider gibt es aber keine New Work Weiterbildung, die uns die Modelle bzw. Antworten liefert, damit wir uns dann wieder dem Tagesgeschäft widmen können. New Work ist Tagesgeschäft. Und HR ist in der skurrilen Situation, nicht nur die Organisation, sondern sich selbst bei dieser gewaltigen Änderung zu begleiten.
Künstliche Intelligenz ist noch nicht soweit, uns die vielen lästigen Arbeitsschritte abzunehmen, die unsere Zeit fressen. Noch tippen wir, vielleicht mit Unterstützung von smarten Tools, die Dienstverträge selbst, koordinieren Termine mit Bewerberinnen und Bewerbern und füllen Excel Listen aus. Die Smartwatch misst meinen Kalorienverbrauch und die Schritte, die ich zurückgelegt habe, sagt aber den Führungskräften nicht, wie sie ihr Team am besten managen (von Leadership sprechen wir am besten gar nicht). Sie stellt nicht die richten Fragen im Bewerbungsgespräch und legt auch nicht die Teilnahmebestätigung im Personalakt ab (egal ob Kopie oder elektronisch).
HR soll Vorreiter sein und neue Methoden und Tools ausprobieren und implementieren, muss sich aber oft noch mit traditioneller um nicht zu sagen vorsintflutlicher Technik zufriedengeben. Budget für einen Workshop? Wofür denn das könnt ihr doch selbst.
So oder so ähnlich erleben das derzeit viele HR Verantwortliche. Die Frage aber lautet: was muss sich ändern, was wird sich ändern und vor allem, wie sollen wir das anstellen?
HR ist aktuell in einer schwierigen Rolle. Sich auf die eigentlichen Kompetenzen zurückziehen und verwalten und administrieren, das wäre der einfache Weg. Das können wir, da fühlen wir uns sicher. Kreativ und innovativ, das überlassen wir doch Marketing. Kennzahlen und Co sind im Finanzbereich gut aufgehoben. Und mit IT fangen wir gar nicht erst an, wir wollen ja was mit Menschen machen.
Neue Skills erfordern, dass wir uns raus aus der Komfortzone und rein ins Abenteuer begeben. Augen aufmachen, Ärmel hochkrempeln und los geht’s. Halt, das braucht Ressourcen. Wir sind aber doch mit dem Ausstellen von Dienstzeugnissen und der Schaltung von Inseraten beschäftigt. Außerdem hören wir natürlich zu, wenn uns Führungskräfte ihr Leid klagen. Über inkompetente Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, fehlende Motivation und jetzt ist auch noch eine schwanger, gibt’s eigentlich schon Ersatz? Und doch wird allen Ernstes die Frage gestellt, ob HR in Zeiten von Digitalisierung und New Work eigentlich noch Daseinsberechtigung hat?
Die gute Nachricht: neue HR Funktionen wie Active Sourcing, HR IS Management oder Chief Happiness Officer lassen darauf schließen, dass HR noch längere Zeit Overheadkosten in Unternehmen verursachen wird. Allerdings wird es, wie in allen anderen Funktionen in Unternehmen auch, wohl zu einer Änderung der Rolle und damit einhergehend zu einer Erweiterung der Kompetenzen kommen müssen. Von der Administration über die Business Partnerschaft hin zum Inhouse Consultant? In der aktuellen Ausgabe Personal Manager habe ich einen Beitrag zum Thema „Human Resources als Role Model für New Work“ geschrieben und ein paar Anregungen zur HR Transformation gegeben (der Artikel ist online nicht verfügbar, wir schicken gerne ein pdf oder ein Exemplar der Zeitschrift zum Nachlesen).
„Braucht New Work HR?“ diese Frage diskutiere ich nächste Woche auf der Personal Austria mit zwei Human Resources Manager/innen aus dem Bankensektor. Wer das mitverfolgen oder selbst mitdiskutieren möchte, wir haben noch ein kleines Kontingent an Tickets zu vergeben, Mail schreiben, dabei sein.
Ich freue mich, dass ich Human Resources in die Zukunft begleiten darf. HR Design für New Work & Happy Work. Denn was wäre das eine ohne das andere?

Herzliche Grüße

Claudia