Popcorn bereitstellen, Lautsprecher an, Recruiting Videos ansehen

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Letztes Jahr im Sommer habe ich projektbezogen Recruiting / Employer Branding Videos recherchiert und hier vorgestellt. Nach einem Jahr war ich gespannt und habe erwartet, dass es mittlerweile einige gut umgesetzte neue Beispiele gibt. Meine Auswahlkriterien: Recruiting Videos, die (relativ) neu sind und Jobs in Österreich beinhalten. Offenbar sind den heimischen Firmen Recruiting Videos noch zu aufwendig, das Ergebnis war „bescheiden“. Sucht man also auf youtube nach den Begriffen „Karriere und Österreich“ gibt es auf den ersten 2 Seiten 4 relevante Treffer. Ich habe allerdings nur unternehmenseigene Videos und nicht zum Beispiel den karriere.reporter oder whatchado Videos berücksichtig, die ordne ich wie die meisten Videolösungen von Jobbörsen eher Employer Branding Videos zu.

Beginnen wir mit der Suche direkt auf Youtube. Mit dem Suchbegriff „Job und Österreich“ gibt es genau 1 relevanten Treffer: XXXLutz Lagerlogistiker aus dem Jahr 2015

Natürlich bin ich jetzt neugierig und schaue nach, wie das Video auf der Karrierewebsite eingebunden ist und erlebe eine Überraschung. Gar nicht. Im Bereich Lager/Logistik sind 10 Jobs ausgeschrieben, keine Verlinkung zum Video. Vielleicht findet sich das ja irgendwo anders wieder? Ich habe mir alle Punkte im „Karrierecenter“ angesehen und habe kein Video entdeckt. Schade.

Also weiter mit den 4 „Karriere und Österreich“ Treffern:
Der BCG Karrierechannel beinhaltet 31 Videos und auf der BCG Österreich Seite findet sich zusätzlich dieses Video.

Der Allianz Karriere Channel beeindruckt mit 61 Videos, man setzt auf Computeranimation 
genauso wie auf Mitarbeiterinnen. Zu den Videos findet man über die Karriereseite ganz schnell.

 

Bei Peek & Cloppenburg gibt es aktuell „nur“ 20 Videos, diese sind dafür sehr aktuell und Österreich-spezifisch gestaltet.

Alle 3 haben übrigens einen eigenen You Tube Karriere Kanal, dies erklärt die Trefferquote. Ob Jobsuchende allerdings nach dem Begriff „Karriere“ suchen und so bei den Videos landen?

Noch recht neu ist der ISS Karriere Kanal, den ich aufgrund der vorhandenen Videos auch eher Employer Branding zurechne.

Vielleicht ist Österreich in diesem Zusammenhang einfach zu groß gedacht, also ein neuer Versuch mit den Begriffen „Job und Wien“ und diesem Ergebnis:

Flughafen Wien (aus dem Jahr 2013!), das finde ich auf der aktuellen Karriereseite zwar nicht aber dafür dieses hier.

Fond Soziales Wien (aus dem Jahr 2015), auch hier finde ich kein Video auf der Karriereseite aber immerhin einen Hinweis in einem Stelleninserat „Entdecken Sie den FSW als Arbeitgeber auf www.karriere.at — jetzt neu mit Videoclips!

Woran liegt es wohl, dass es nur sehr wenig Videomaterial gibt? An den Kosten? Am Aufwand? Daran, dass vielen nicht klar ist, für welche Jobs ein Recruiting Video eigentlich sinnvoll ist? Oder auch an der Frage: wenn wir so ein Video drehen schön und gut, aber wie geht es dann weiter?

Hier kommen zur Anregung noch ein paar Beispiele und für den Rest gibt es Marketing, Agenturen oder auch mich. Starten wir auf der Karriereseite von Dimension Data . Neben einem „typischen Imagefilm“ kommen auch Mitarbeiterinnen zu Wort und nehmen uns mit zu „a day in the life of“. Ein schönes Beispiel, wie Unternehmenswerte via Video transportiert werden können und dass es wohl möglich ist, Familie oder Hobbies gut mit dem Job vereinen zu können (hoffentlich hält das Arbeitgeberversprechen auch in der Realität).

Bestseller animiert via Video zum Umzug nach Dänemark und erläutert im Recruitingvideo wer gesucht wird.

Bei JTI haben stehen die Mitarbeiterinnen nicht nur vor sondern auch hinter der Kamera. Wer also eine Hochglanz Imagefilm erwartet wird enttäuscht. Für meinen persönlichen Geschmack fast schon „zu gewollt authentisch“ (man kann es einem auch nicht recht machen 😉 JTI verfügt auch über einen eigenen Career Channel auf youtube – auch wenn da aktuell nur 5 Videos gepostet sind. Eines davon speziell für Lehrlinge in Deutschland, mit englischen Untertiteln …

Ein Beispiel für ein ungewöhnliches Recruitingvideo (naja wohl auch eher ein Employer Branding Video) das sehr gekonnt auch die Unternehmensinhalte transportiert zeigt uns Greenpeace. Wer mitmachen möchte bekommt übrigens eine Einschulung in den gewaltfreien Widerstand.

Hilti präsentiert sich als regionales Familienunternehmen, allerdings mit einem Standort in Deutschland auf dem österreichischen You Tube Channel. Erklärt das die mageren Zugriffszahlen? Hier habe ich doch noch eines mit Österreichbezug gefunden.

Den krönenden Abschluss bildet ein Beispiel, das leider nicht aus Österreich kommt (na gut, Deloitte hat zumindest einen Standort in Wien 😉 und auch nicht „brandnew“ ist aber anders als alle vorherigen Beispiele und daher in meiner persönlichen Recruiting Video Hitparade ganz eindeutig auf Platz 1. Viel Vergnügen nicht nur beim Zusehen, sondern vor allem beim Beantworten der Fragen „Will You Fit into Deloitte?“

Fazit: es gibt noch Luft nach oben und aktuell ist die Konkurrenz, was Recruiting Videos betrifft, noch nicht sonderlich hoch. Natürlich mit Aufwand verbunden, aber durchaus ein möglicher Kanal, um passende Mitarbeiterinnen zu finden. Das sich die wenigsten Recruiting Videos wie von Zauberhand viral verbreiten versteht sich von selbst, daher bitte nicht nur auf die Videos fokussieren, sondern immer auch das Recruitingkonzept mitdenken. Viel Erfolg und ich freue mich auf zahlreiche gelungene Beispiele im nächsten Sommer!

Herzliche Grüße
Claudia 

P.S.: Falls es tolle Videos gibt, die ich (noch) nicht gefunden habe – immer her damit!

PPS: Leider gerade erst entdeckt, das ist wirklich grosses Recruitingkino: http://goplaces.theheinekencompany.com/en

Mobile Recruiting – ein follow up

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The future of mobile Recruiting“ is now. Zumindest auf Seite der Jobsuchenden. Bei den Unternehmen herrscht wohl noch Aufholbedarf, dies zeigt auch die Untersuchung, die instapp durchgeführt hat. Mehr dazu im aktuellen Gastbeitrag von Jürgen Melmuka.

Mobiles bewerben beginnt sich durchzusetzen

Schon 25% der österreichischen Top 100 kommen mobilen Bewerbern entgegen.
Der Trend weg vom klassischen PC hin zum Smartphone ist auch im Recruiting angekommen: Eine Untersuchung von instapp.at ergab, dass bereits 25% der österreichischen Top 100 Unternehmen eine mobile Bewerbungsmöglichkeit anbieten. Sogar mehr als 50% haben ihre generelle Unternehmens-Website für mobile Besucher optimiert. Dies ist auch dringend geboten, da laut einer aktuellen Studie sonst bis zu 75% der Bewerber verloren gehen.

Deutlich über 50% aller Web-Zugriffe kommen bereits von Smartphones – das zeigt die monatliche Zugriffsstatistik der ÖWA (Österreichische Webanalyse). Es hat sich aber noch nicht überall herumgesprochen, dass klassische Websites auf kleinen Smartphone-Displays kaum bedienbar sind und daher angepasst werden müssen. Dies trifft natürlich auch auf den Personalbereich zu, denn Bewerbungen werden längst online durchgeführt. Auch hier wechseln die User zunehmend auf das Smartphone, doch der Wandel auf der Recruiterseite steht erst am Beginn.

instapp.at hat die Websites der 100 größten Unternehmen Österreichs (laut “Trend Top 500”) analysiert und bei immerhin 25% der Unternehmen eine mobile Bewerbungsmöglichkeit vorgefunden.

Interessanterweise sind schon mehr als 57% der Unternehmenswebsites für Smartphones optimiert, doch bei der Hälfte dieser Unternehmen endet die Optimierung bei der Bewerbungsmöglichkeit. Der mobil surfende Job-Interessent kann sich zwar über das Unternehmen informieren, doch wenn er im Anschluss eine Bewerbung abgeben will, muss er auf einen Desktop-PC wechseln, oder sich mühsam durch nicht optimierte Seiten kämpfen.


Wer Bewerben kompliziert macht verliert 3 von 4 Interessenten 

Im derzeit viel zitierten Kampf um die besten Talente ist dies ein gravierender Nachteil, weil durch solche Hürden viele Bewerber verloren gehen. Der amerikanische HR-Dienstleister “appcast.io” hat 250.000 echte Recruiting-Vorgänge ausgewertet: Von allen Interessenten, die ein Inserat geklickt haben, kam es im Anschluss bei 12,5% zu einer Bewerbung (“Click-to-Apply Ratio”), sofern der Vorgang in weniger als 5 Minuten zu erledigen war. Dauerte der Bewerbungsvorgang mehr als 15 Minuten, waren nur mehr 3,6% der Bewerber übrig, es gingen diesen Unternehmen also 3 von 4 Interessenten verloren. Ähnliches konnte Appcast bei der Länge von Bewerbungsfragebögen beobachten: Bis zu 25 Fragen sind für 10,6% der Bewerber akzeptabel, bei mehr als 50 zu beantwortenden Fragen bleiben nur mehr die Hälfte der Bewerber übrig (5,7%), der Rest verzichtet lieber.

Die Mobile-Recruiting Lösung “instapp” der Appvelox GmbH hilft genau dieses Problem zu lösen: Bewerber können sich mit instapp im Idealfall mit nur einem Klick direkt am Smartphone bewerben, der Zeitaufwand dafür liegt bei deutlich unter fünf Minuten.

Wenn ein Interessent noch kein instapp Profil hat, kann er dieses innerhalb von wenigen Minuten direkt am Smartphone anlegen – zusätzlich können bestehende Daten aus Business-Netzwerken übernommen werden. Dieser Aufwand fällt nur einmalig an, das Profil kann für alle zukünftigen Bewerbungen genutzt werden.

Ist auch das Unternehmen instapp-Nutzer, können bei einer Bewerbung die Daten direkt – in strukturierter Form – in das Recruiting-System übernommen werden. Das zeitaufwändige und fehleranfällige abtippen, einscannen oder parsen entfällt. Dies beschleunigt den Prozess, steigert die Datenqualität und spart Kosten.

Damit bietet Mobile Recruiting mit instapp sowohl den Bewerbern als auch den Unternehmen klare Vorteile. Nicht zuletzt deshalb steigt die Zahl der Unternehmen, die Mobile Recruiting mit instapp bereits im Einsatz haben, derzeit schnell an: Mehr als 25 österreichische Unternehmen, haben ihr Recruiting bereits für mobile Bewerber geöffnet und verlieren damit keine wertvollen Talente mehr durch unnötige technische Hürden.

Jürgen Melmuka ist Geschäftsführer von instapp / Appvelox GmbH – die Bewerbung mit einem Klick