Homemade: ein Recruitingtrend?

 In vielen Lokalen in Wien und auch anderswo gibt es die „Homemade Lemonade“ meist verziert mit einem netten Sticker und einem Schleifchen. Ich mag das und meistens bestelle ich die dann auch. Oft schmeckt es wirklich gut, manchmal ist es leider enttäuschend (für mich zumindest, einer anderen schmeckt es vielleicht hervorragend). In letzter Zeit ertappe ich mich immer wieder bei dem Gedanken, dass ich so eine Homemade Lemonade
(oder Kuchen oder Granola, ja sogar Pasta egal darauf kommt es letztlich gar nicht an) an das eine oder andere Unternehmen schicken möchte mit einem Hinweis: „eure Probleme geeignete Mitarbeiterinnen zu finden sind auch hausgemacht.“ Vielleicht kann so ein netter Sticker also quasi das Gegenstück zu einem Arbeitgebersiegel ja mal verliehen werden. Ich wüsste da ein paar Anwärterinnen….
Es gibt unzählige Veranstaltungen, wo sich Recruiterinnen und HR Verantwortliche über das Thema „Fachkräftemangel“ und „war for talents“ austauschen und Strategien überlegen. Da werden Employer
Branding Kampagnen aufgesetzt, Social Media Recruiting Strategien überlegt und neidvoll auf manche Unternehmen geschielt, die offenbar kein Problem haben, passende Mitarbeiterinnen zu finden und auch zu halten.

Nächstes Jahr feiert „War for talents“ übrigens Jubiläum: das 20 jährige!

Schon 1997 prägen Ed Michaels und Steven Hankin den Begriff. In dem Buch „The war for Talents“ schreibt Ed
Michaels gleich in der Einleitung: „… was their belief, that talented people were critical to their company’s performance and success. Furthermore, the had described the bold actions they had been taking to strengthen their
company’s talent pools. We looked at one another and suddenly the light bulb blinked on: It wasn’t better HR processes that made the difference. Rather it was the mindset of leaders throuhout the organization that made the
difference
.“

Ich stimme ihm fast 20 Jahre später zu, darüber habe ich hier schon einmal berichtet. Aber ich bin auch davon überzeugt, das HR Prozesse und Recruitingprozesse insbesondere auch ihren Teil dazu beitragen.

2011 erscheint die Studie „Wettbewerbsfaktor Fachkräfte. Strategien für Deutschlands Unternehmen.“ von Mc Kinsey. In dieser werden 4 Thesen aufgestellt:

  1. Fachkräftemangel ist eine reale
    Herausforderung.
  2. Unternehmen müssen und können gegensteuern.
  3. Fachkräftemangel ist abwendbar – wenn alle
    mitmachen.
  4. Personal wird zur zentralen strategischen
    Ressource.

Wir haben das Jahr 2016, welche Themen bewegen uns im HR Bereich und im Recruiting heute?

  • Candidate Experience
  • Neue Wege im Recruiting
  • Employer Branding
  • Generation Z
  • Mobile Recruiting

heisst es am Blog von karriere.at.

  • Digitale Transformation
  • Arbeit 4.0
  • Neue Arbeits- und Organisationsformen
  • Big Data und Datenschutz
  • Frauenquote
  • Flüchtlinge

nennt haufe.de die wichtigsten HR Trends2016.

  • Die Qualität der Neueinstellungen als
    wichtigste Kennzahl im Recruiting
  • Die Arbeitgebermarke
  • Konkurrenz als größte Hürde bei der Gewinnung
    von Top Talenten
  • Die Bindung von Spitzenkräften

 

beschreibt die Studie von LinkedIn“Recruiting Trends in Deutschland“ als die wichtigsten Herausforderungen.

Und ich frage mich, was sich seit 1997 eigentlich geändert hat, wenn ich folgendes erzählt bekomme: Ein Bekannter ist auf Jobsuche. Hat vor Weihnachten beschlossen, die Feiertage zu nützen, sich einmal umzusehen. Hat also auf den Online Jobbörsen einmal gescreent, was sich so tut, welches Unternehmen gerade Jobs zu besetzen hat, die ihn interessieren. Und hat auf diese Weise 9 offene Positionen identifiziert. Hat sich im nächsten Schritt eine Excel Tabelle angelegt und „Buch geführt“ – mit interessanten Ergebnissen:

Der „vorbildliche“ Bewerber hat sich nämlich über alle Unternehmen vorab informiert, Website, kununu und Social Media Kanäle. Vom Start up bis zum Konzern übrigens alles dabei. Hat sich die Stelleninserate sehr genau durchgeschaut und einige Punkte waren aus seiner Sicht unklar. Und hat sich dann gedacht, bevor ich jetzt 9 Bewerbungen wegschicke ist es doch für alle Beteiligten besser, wir klären das telefonisch ab, dauert im Normalfall ein paar Minuten und erspart ihm eventuell den einen oder anderen Gesprächstermin. Der Recruiterin übrigens auch (meine persönliche Meinung) und ihm (verständlicherweise) egal, Originalzitat: „das ist ja deren Job aber
ich habe aktuell einen Job und auch wenn ich nicht davon ausgehe, dass ich zu 9 Gesprächen eingeladen werde muss mir die Zeit dafür trotzdem irgendwie freischaufeln. Mache ich gerne, wenn die offenen Punkte geklärt sind. Wenn wir aber in einem 3 Minuten Telefonat abklären können, das das in die falsche Richtung geht, spare
ich mir den Aufwand.“ Und – ich wiederhole mich – auch der Recruiterin!

Nächster Schritt: Recherche der Ansprechpartnerinnen. In 2 Inseraten werden diese mit Telefonnummer angegeben, in allen anderen nicht. Schnell auf die Karrierewebsite geschaut, da werden 2
weitere gefunden, 5 jedoch nicht. Also folgen Anrufe direkt bei den Unternehmen. Natürlich erreicht er nicht alle Recruiterinnen gleich bzw. erfährt er auch nicht überall, bei wem er den eigentlich nachfragen könnte. Also lässt
er sich jeweils in die HR Abteilung verbinden, stellt sich vor, sagt, dass er Interesse an der Position XY hat und bittet um einen Rückruf, um offene Fragen abzuklären. Konkret erreicht er 2 Personen gleich und kann in wenigen Minuten tatsächlich telefonisch abklären, ob es Sinn macht, sich zu bewerben. Bei 7 Unternehmen
hinterlässt er die Bitte um einen entsprechenden Rückruf. Und jetzt raten Sie mal, wieviele Rückrufe er nach 2 Wochen erhalten hat.

Volltreffer: 0! Alle, die richtig geraten haben dürfen sich jetzt mit einem Schluck Homemade Lemonade belohnen ;-)!

Immer wieder höre ich von Bewerberinnen, dass es ja schon toll ist, wenn man überhaupt eine Rückmeldung auf eine Bewerbung erhält. Gilt anscheinend auch für Rückrufe.

Wieder kein Märchen sondern Realität in der Recruitingpraxis. Vielleicht hilft es, sich einfach auf die Basics zu besinnen und schon passt es auch wieder mit der Candidate Experience? Vielleicht spart
man sich den einen oder anderen Mehraufwand im Recruiting? Und vielleicht kann sogar die Time to hire verbessert werden 😉

Liebe Recruiterinnen, natürlich weiss ich von der Problematik der zeitlichen Ressourcen. Ich kenne einige Recruiterinenn, die zwischen 20 und 40 offene Positionen betreuen. Pro Woche sind das also pro
Position 1 – 2 Stunden, die man aufwenden kann. Und selbst wenn wir (wie es in der Realität wohl üblich ist) davon ausgehen, dass wir 50 Stunden pro Woche arbeiten – das macht das Kraut jetzt auch nicht fett oder?

Henrik beschreibt dieses Thema übrigens hier sehr treffend, da spare ich mir jetzt weitere Ausführungen, ist heute
sowieso schon wieder recht lang geworden.

Fazit: Nicht umsonst ist „Fachkräftemangel“ das Unwort des Jahres 2015, Henner hat vor kurzem bereits darüber berichtet. Und für alle, die noch ein wenig in der Historie zurückgehen möchten: hier sein Beitrag aus 2013 … man könnte das Datum auch auf heute ändern – das Thema ist und bleibt ein Dauerbrenner, ob Homemade oder nicht – oder wie sehen Sie das?

Herzliche Grüße
Claudia

HR Events: das ersten Halbjahr 2016 im Überblick

 Drängen sich im Herbst jedes Jahr die diversen HR Veranstaltungen (sowohl live als auch virtuell) dicht an dicht, ist es in der ersten Jahreshälfte meist noch überschaubar mit den Terminen (vom April und Juni einmal abgesehen ;-). Für alle, die sich den einen oder anderen Termin schon sicherheitshalber im Kalender blockieren wollen, kommt hier ein Überblick:

 

Februar: HR Brunch
Den Auftakt macht am 18. Februar der erste Wiener HR Brunch im Café Landtmann:
Am Programm steht ein Impulsvortrag des Austrian Research Institute for Artificial
Intelligence (OFAI) zum Thema „Künstliche Intelligenz im Personalwesen“, sowie offene
Diskussionen, die an unterschiedlichen Thementischen unter Leitung je eines
Experten geführt werden. Tauschen Sie Ihre Erfahrungen mit Kollegen aus dem
Personalwesen aus und gewinnen Sie neue Einblicke in jene Themen, die die
HR-Branche bewegen.
Sie haben vorab die Möglichkeit,vorab für 2 Themen zu voten, die Sie dann gemeinsam mit
Kolleginnen aus dem HR Bereich diskutieren können.
HR-Brunch ist eine Initiative von hr personal und prescreen.
Infos & Anmeldemöglichkeiten unter:

 

März: future of work 
Vom 09. – 10. März findet in Stegersbach der HR Kongress „future of work“ statt. Neben Themen zu
Recruiting wie „Recruiter Brand: wie arbeiten Recruiter in Zukunft?“ oder „Was passiert, wenn wir den Bewerber selbst entscheiden lassen, ob er ein Vorstellungsgespräch will?“ stehen weitere HR Themen am Programm.
Infos & Anmeldemöglichkeiten unter:

 

April 1: ÖPWZ HR Spring Special
Das HR-Spring-Special steht heuer unter dem Motto „Jubiläum“ und wird die 50-Jahr
Feier des Forum Personal werden.
Infos und Anmeldemöglichkeiten folgen in Kürze hier: http://personal.opwz.com/aktivitaeten-treffen/treffen-veranstaltungen/hr-spring-special.html heute gibt es für meine Leserinnen schon exklusiv die Eckdaten:
12. April 2016, ab 18:00 Uhr
Haus der Industrie, Schwarzenbergplatz 4, 1030 Wien
April 2: PoP 2016 – Power of People
„HR im Lebensalltag der Future Organization: digital & grenzenlos“ lautet vom 14.-15.
April
das Motto der PoP in Rust.
Infos & Anmeldemöglichkeiten unter:

 

April 3: Austrian HR Web Conference
Wer lieber vom Büro oder Home Office aus neue Impulse sammeln möchte kann dies auch 2016 wieder von 20.04. 09:00 bis 21.04. 16:00 Uhr bequem vor dem PC bei der Austrian HR Web Conference tun.
Die Teilnahme ist kostenfrei und kann entweder durchgängig oder punktuell erfolgen. Aktuell
werden auch noch Referentinnen gesucht.
Infos & Anmeldemöglichkeiten unter:

 

Und wer im April noch eine Lücke im Kalender füllen möchte und vor hat, sich 2016 mit den
Themen Mobile Recruiting und/oder Candidate Journey auseinander zu setzen kann
sich am 28.04. Inspirationen und Ideen beim Mobile Marketing Innovation Day im
Museumsquartier holen.

 

Infos & Anmeldemöglichkeiten unter:
Im Mai ist es (wohl feiertagsbedingt) dafür ein bisschen ruhiger.

 

Juni 1: #SMRC16
Seit 2011 findet die Social Media Recruiting Conference auch in Wien statt. 2016 wird das
am 21. Juni sein.
Infos und Anmeldemöglichkeiten folgen Mitte Februar hier:

 

Wünsche für die Agenda werden übrigens noch gerne entgegengenommen!

 

Juni 2: HR Kongress
Von 22.-23. Juni 2016 veranstaltet die ARS-Akademie für Recht, Steuern & Wirtschaft in ihren Räumlichkeiten in der Schallautzerstraße 2-4, 1010 Wien den HR Kongress.
Der Kongress startet am ersten Tag um 15 Uhr mit einem Einführungsvortrag zum Thema Change-Management. Anschließend findet ein Kamingespräch statt, bei welchem das oben genannte Thema nochmals erörtert wird. Der zweite Tag startet um 9 Uhr mit der Thematik Performance Management. Im Anschluss findet eine Podiumsdiskussion statt unter der Moderation von Frau Bauer (Standard). Nach der Mittagspause haben die Teilnehmer die Möglichkeit sich in zwei Streams zu teilen – Recruiting oder Führungskräfteentwicklung.
Hier finden jeweils zwei Praxisvorträge statt. Für jeden Stream gibt es einen Moderator, welcher die Fragen der Teilnehmer aufnimmt bzw. zum Schluss der Veranstaltung die wichtigsten Punkte zusammenfasst.
Infos & Anmeldemöglichkeiten unter:
Ich wünsche allen Teilnehmerinnen schon jetzt viel Spaß, neue Impulse und Ideen und
natürlich Raum und Zeit für Erfahrungstausch. Bei einigen der geplanten HR
Events werde ich auch vor Ort sein. Ich freue mich auf alle, die ich treffen
werde und berichte darüber auch auf dem Blog.

 

Herzliche Grüße
Claudia

Best practise # 1 2016

Nachdem die Best Practise Beispiele in meinen bisherigen Beiträgen immer sehr gut angekommen sind, habe ich
beschlossen, mich diesem Thema auch im Jahr 2016 zu widmen und die „Reihe“ fortzusetzen. An dieser Stelle vielen lieben Dank an alle, die mich immer mit tollen Beispielen versorgen. Bitte auch weiterhin schicken oder erzählen, ich finde schon ein Plätzchen dafür 😉
Heute geht es gleich los mit einem Inserat und einer spannenden Initiative für Berufsanfängerinnen in der Steuerberatung/Wirtschaftsprüfung bei LeitnerLeitner.

 

Diese Branche ist nun eher nicht für eine lockere Arbeitsatmosphäre und eine kreative
Arbeitsumgebung bekannt. Sowohl die Art des Inserates, als auch die Idee, einen
Karrierebrunch zu veranstalten, wo es in diesem Jahr übrigens um das Thema „Ernährung“
geht, ist eine völlig andere Art, sich bei Absolventinnen ins Gedächtnis zu
rufen. Diese Initiative gab es übrigens 2015 auch schon, da war mein Blog aber
noch nicht online 😉
Zusätzlich zum Inserat und dem Karriereportal, das sehr viele Infos zum Arbeitsplatz bietet, gibt es auch
einen eigenen Facebook Auftritt. So sehr mir dieser Auftritt, die Initiative und die Kreativität gefallen, es gibt noch
Optimierungspotential (aber wo nicht?):

Wissen Sie zum Beispiel jetzt auf Anhieb wo der Karrierebrunch stattfindet? Es gibt 3 mögliche Arbeitsorte (und diese sind auch in den Einstellungen auf karriere.at hinterlegt): Linz, Salzburg, Wien. Falles es Sie interessiert: der
Karrierebrunch findet am 20. Jänner in Linz statt, die genauen Infos findet man dann auf der Karriereseite.

Und Achtung, für alle, die sich etwas Ähnliches überlegen und ein Online-Inserat bei karriere.at schalten möchten: es könnte unfreiwillig sehr komisch werden (dafür ist eine Erwähnung auf meinem Blog oder vielleicht bei einem anderen fast sicher ;-).

Bin ich nun also Studentin, finde das Inserat und denke mir „das schau ich mir an“ wird mein nächster Schritt sein
auf „hier bewerben“ zu klicken. Und als was bewerbe ich mich dann? Richtig als „Karrierebrunch“!

 

Es war seit jeher mein Ziel als Karrierebrunch für Praktika und zum Berufseinstieg (m/w) bei einem spannenden Unternehmen zu arbeiten.“ Wer wollte das nicht?
Und auch wenn es sehr nett vom Team von karriere.at ist, einen Beispieltext vorzugeben und gerade den Berufseinsteigerinnen ein wenig zu helfen, in diesem Fall ist er nicht nur amüsant sondern eben auch nicht zielgruppengerecht: „Aktuell bin ich bei (Arbeitgeber einsetzen) als (Berufsbezeichnung) tätig und konnte meine Stärken Tag für Tag unter Beweis stellen.“ Die widersprüchliche Verwendung von Gegenwart und Vergangenheit lasse ich mal dahin gestellt. Der Karrierebrunch ist eben für die Zielgruppe Studentinnen gedacht, die stellen ihre Stärken unter Umständen aktuell nicht Tag für Tag bei einem Arbeitgeber zur Verfügung.
Wird bei LeitnerLeitner mit eigens für die Karriereseite gemachten Bildern von echten Mitarbeiterinnen geworben (und spätestens seit dem Gastbeitrag von Alex wissen wir, so gehört sich das) zeige ich in meinen nächsten Beispielen, dass es auch ganz ohne Bilder geht.  Und mit viel Text. Richtig viel Text. Also ganz entgegen allem, was uns sämtliche Studien und Statistiken seit Jahren vorbeten: wenig Text, authentische Bilder, Text nach
Erkenntnissen von Eye Tracking Studien angeordnet, maximal 3 nein 4 nein 5 Bulletpoints,  und und und … Sie wissen Bescheid. Oder eben so:

 

 

Direkt auf der Webseite von Roman Kmenta schaut das ganze wesentlicher hübscher aus und ein Bild von ihm gibt es auch im Header. Eine ganze Menge Text. Schwarz auf weiss. Frei nach dem Motto „was
wiegt’s das hat’s“. Ich bin ja schon gespannt, wer es wie schafft, ihn zu überraschen und welche Bewerbungsstrategie hier zum Erfolg führt. Ich werde mich erkundigen.

Auch völlig ohne Bild kommt Jörg Buckmann aus. Sein neu gegründetes Unternehmen in der Schweiz steckt schon in Schwierigkeiten:

Ich hätte das * noch weggelassen. Wer bei Buckmann arbeiten möchte versteht das schon richtig, oder? (Bitte mit Betonung auf dem RRR aussprechen wegen dem Schweiz Bezug, danke.)
Und anders als bei karriere.at ist es bei 100000jobs.ch nicht möglich, sich als Karrierebrunch zu bewerben, die Funktion ist nämlich noch nicht frei geschalten.

 

Vielleicht gleich bei den Kolleginnen aus Österreich abschauen, wie man die unfreiwillige Komik verhindert.
Und wie verhindern wir nun die unfreiwillige Komik als Recruiterinnen? Will ja vermutlich nicht jede hier auf dem Blog erwähnt werden 😉 Ich habe einen Vorschlag, den können Sie jetzt sofort in die Tat umsetzen: Selbst mal wieder bewerben. Und zwar beim eigenen Unternehmen. Und einfach mal schauen, was da so passiert und was es mit der Candidate Experience auf sich hat. Nur weil das Jahr 2015 vorbei ist, muss es ja nicht mit Candidate Experience vorbei sein, odeRRR?

Nach wie vor werde ich oft gefragt: „wie findest du meinen Lebenslauf, passt das so, ich habe es nach Anleitung von XY gemacht“. Mein Rat lautet immer gleich: nicht all zuviel auf diverse Bewerbungsratgeber zu vertrauen, manchmal ist ein 1-seitiger Lebenslaufperfekt, manchmal sind es aber auch 4. Das Patenrezept gibt es einfach
nicht.
Nicht für die Bewerbung bei Unternehmen und auch nicht bei der Bewerbung von Unternehmen bei potentiellen Mitarbeiterinnen. Nichts anderes ist nämlich ein Stelleninserat, egal ob online oder print oder ein Video. Und wichtiger als die Vorgaben hinsichtlich Bilder, Text und Layout ist es, zu transportieren, was
neue Kolleginnen erwartet
. Keine leichte Aufgabe aber die heutigen drei Beispiele zeigen, dass vieles möglich ist. Einfach mal ausprobieren!

Herzliche Grüße
Claudia

Jahresbeginn: Zeit der guten Vorsätze

Es ist wieder einmal so weit. Weihnachten ist vorüber, Silvester auch überstanden, das neue Jahr noch jung. Die guten Vorsätze sind gefasst. Irgendwo habe ich gelesen, dass man Vorsätze möglichst vielen Menschen
mitteilen soll, dann hält man sich eher dran. Was für ein Glück, über meinen Blog kann ich meine Vorsätze unzähligen Menschen mitteilen (ob die das wollen oder nicht – aber muss ja keiner weiterlesen).

Nach fast 1 Jahr bloggen (jaaa wirklich bald haben recruitingpraxis und ich Jahrestag 😉 passt es auch zeitlich ganz gut, sich ein paar Dinge vorzunehmen:
Vorsatz Nr. 1
Tatata eine Relaunch (welch Überraschung, hätte sich jetzt
sicher niemand gedacht). Wird noch ein wenig dauern aber im Jahr 2016 gibt’s ein
neues Design. Ich freu mich schon!
Vorsatz Nr. 2
Mit wenigen Ausnahmen (im Sommer zum Beispiel, wenn alle lieber schwimmen gehen) wird es auch weiterhin einen Blogbeitrag pro Woche geben. Meine ursprüngliche Sorge, ob es denn auch genügend Themen
gibt, hat sich als völlig unbegründet herausgestellt.
Vorsatz Nr. 3
Gastbeiträge, Praxistests und Berichte von HR Veranstaltungen wird es regelmäßig geben und Best Practise Beispiele werden noch ein wenig mehr in den Vordergrund gerückt. Danke für alle Hinweise zu Tools, Events und den vielen Beispielen als dem Recruitingalltag!
Vorsatz Nr. 4
Ankündigungen, die in bereits erschienen Blogbeiträgen gemacht wurden, werden umgesetzt. Und damit beginne ich jetzt sofort!
In meinem 2. Blogbeitrag habe ich angekündigt, dass ich noch darüber berichten werde, wie ich eigentlich im Recruiting gelandet bin – hier kommt die Story:
Nachdem es mit der Karriere in der Bank (selbst verschuldet, ich hätte ja können, wollte aber nicht 😉 nicht geklappt hat und der erste Job als „Sachbearbeiterin“ in einem Ministerium (ähem ich war jung und brauchte das
Geld 😉 irgendwie nicht so spannend war, habe ich mich entschieden, doch zu studieren. Publizistik sollte es sein, und das obwohl ich die Fragen „was willst du damit anfangen, für welchen Job braucht man das, willst du Journalistin werden?“ nicht beantworten konnte. Kurz habe ich überlegt eventuell Jus oder BWL zu studieren, aber der Gedanke nach einem faden Job ein fades Studium (so habe ich mir das jedenfalls vorgestellt) zu beginnen, hat mich davon abgehalten.
Erste Vorlesung „Einführung in die Kommunikationswissenschaften“, völlig überfülltes Audi Max und es fällt der Satz, den ich wohl bisher am öftesten in Bewerbungsunterlagen gelesen und bei Bewerbungsgesprächen gehört habe (Sie können gerne mitraten und Sie haben natürlich recht): „Man kann nicht nicht kommunizieren“.
Und weil man auch nicht nicht ohne Geld zu verdienen leben kann (also bei mir war das jedenfalls so), habe ich mir gleich einen Nebenjob gesucht. Jetzt kommt der Klassiker: Assistenz der Geschäftsführung! In einer
Managementberatung wo ich neben dem Studium viele Weiterbildungen besuchen durfte und mich auch weiterentwickeln konnte. Nach ca. 2 Jahren haben wir das Trainerinnenteam aufgestockt und ich war das erste Mal mit dem Thema Recruiting und Assessmentcenter (das war damals sehr in, da mussten alle durch 😉 konfrontiert.
Dann war es langsam Zeit, mir ein Thema für meine Diplomarbeit zu überlegen und ich habe meinem Betreuer mitgeteilt, dass ich gerne etwas über das (in Österreich noch eher unbekannte) Thema Personalmarketing schreiben möchte. Originalzitat: „Wir sind ja nicht auf der WU mit Marketing schreiben Sie sicher nix“. Hätte ich mich also doch für BWL entscheiden sollen oder?
Die nächste berufliche Station war dann mit dem Focus Personalentwicklung allerdings noch nicht in einer Inhousefunktion sondern auch in der Beratung. Und mein erstes Recruitinggespräch. Alleine. Unvorbereitet. Stellenbeschreibung, Interviewleitfaden, Fragetechnik? Nie davon gehört! Ist trotzdem gut gelaufen.
Weil ich die Anforderungen, Herausforderungen, das Team und die Rahmenbedingungen wirklich gut gekannt habe. Und mein damaliger Chef mir vertraut und das zugetraut hat (ok er hat mir auch keine Wahl gelassen: 5 Minuten bevor die Bewerberin gekommen ist hat er mich angerufen und gemeint: „du Claudia, ich schaff das nicht rechtzeitig, mach du das, du kannst das“.).
Und dann habe ich Feuer gefangen! Wollte in den HR Bereich wechseln. Habe Bewerbungen geschickt (ausgedruckt, in einer schönen Mappe, per Post – und sooo lange ist das jetzt auch noch nicht her).
Keine Chance. Wenn ich überhaupt Rückmeldung erhalten habe, dann diese: Sie haben
zu wenig / keine Vorerfahrung im HR Bereich. Wollen Sie nicht vielleicht in die
PR / ins Marketing? Also habe ich irgendwann resigniert. Und eine Bewerbung für
eine PR Stelle geschickt. Wurde eingeladen und gefragt, ob ich nicht statt PR Interesse
hätte an Personalmarketing. Jackpot!
Und vom Personalmarketing zum Recruiting war es dann natürlich nicht mehr „weit“!
Jetzt würde mich brennend interessieren, wie Sie im Recruiting „gelandet“ sind, ich freue mich auf zahlreiche Erzählungen!
Vorsatz Nr. 5
Sind aller guten Dinge 5? Egal! Mein letzter Vorsatz ist, dass ich weiterhin die Dinge berichte, die mir am Herzen liegen, hoffentlich die eine oder andere Anregung für Sie dabei ist und ich Sie auch mal zum Lachen
bringen. Weil Humor im Recruiting dazu gehört!
Herzliche Grüße & einen guten Start ins Jahr 2016
Claudia