Recruitingvideo mit SINN

Heute bitte um besondere Aufmerksamkeit für den Titel des aktuellen Blogbeitrages, da hat sich nämlich ein wahnSINNig tolles Wortspiel eingeschlichen ;-)! Aber ernsthaft kommen wir gleich zum Thema: das Recruitingvideo. Herausforderung pur oder?
Alex hat in seinem Gastbeitrag gemeint: „Ein hervorragend getextetes Stelleninserat mit aussagekräftigem Bild und einem Link auf ein Video, dass die Hintergründe emotional zeigt – besser geht’s nicht.“ und im Sommer habe ich eine Auswahl an Recruiting und Employer Branding Videos präsentiert. Natürlich war es kein Zufall, dass ich
mich damals eingehend mit dem Thema Recruitingvideo beschäftigt habe, vielmehr lag es an dem Recruitingprojekt, an dem ich, mit Alex gemeinsam, gearbeitet habe.
Und weil man Mut bekanntlich nicht kaufen kann, haben wir es gewagt: Wir haben ein Recruitingvideo
mit SINN
produziert (Achtung Wortwitz Wiederholung und gleich folgt die Auflösung)!

Die Herausforderung
Johannes, Geschäftsführer SINN Consulting: „Wir sind, wie viele andere auch, auf der
Suche nach SAP Consultants. In meinen vorherigen Funktionen war ich oft
Ansprechpartner für Bewerber und somit mit der Vorselektion der Bewerbungen
und auch den Erstgesprächen betraut. Ich war meist schon froh, wenn ich pro Ausschreibung mehr als 2 Bewerbungen erhalten habe und habe
mich oft gefragt, warum der Rücklauf so gering ist. Dass es hier zum Beispiel bei der Präsentation als Arbeitgeber
Optimierungspotential gibt war klar, aber welche Möglichkeiten wir sonst haben, uns auch von anderen abzuheben wusste ich nicht. Daher haben wir hier auf externe Unterstützung zugegriffen und einmal die Rollen getauscht, wir wurden nämlich beraten, sonst ist das ja unser Business.“

Die Idee
Aus den gemeinsamen Gesprächen und der Analyse der Position sowie – und vor allem – der Zielgruppe, hat sich recht bald ein Gedanke bei uns allen festgesetzt: „wir müssen uns von anderen Consultants abheben und die zu uns passenden Mitarbeiterinnen finden.“ Also folgte nach dem Design der Recruitingstrategie ganz schnell der Entschluss: „wir machen ein Recruitingvideo“.

 

Die Umsetzung

Alex,
Filmer: „Recruitment Filme – wie alle
Filme die von Unternehmen zur Kommunikation eingesetzt werden – richten sich an
ein genau definiertes Publikum. Eine zukünftige Managerin ist sicherlich anders
anzusprechen als ein junger Mitarbeiter, der zum Consultant ausgebildet werden
soll. Die Herausforderung ist, dieses Publikum gut zu erfassen und den Film
exakt darauf hin zu erzeugen, das sich die Zielgruppe angesprochen fühlt und
sich näher mit der ausgeschriebenen Stelle beschäftigt; man will ja, dass sich nur die richtigen Bewerber melden. Hier hilft die Vorarbeit durch eine erfahrene Recruiterin sehr. Bei Recruitment Filmen geht es nicht darum, Fakten
aufzuzählen, sondern die Stimmung im Unternehmen zu vermitteln und das Unternehmen selbst zu zeigen. Und das in interessanter/unterhaltsamer Weise. Die Verhör-Szene haben wir gewählt, weil sie den Druck, der auf Consultants lastet illustriert, den Tagesablauf andeutet und ausserdem zeigt das auch der Geschäftsführer
die Ärmel aufkrempelt und sich ins Geschehen wirft – und das ohne immer todernst zu sein. Wir suchen also MitarbeiterInnen die unter Druck arbeiten können, flexibel im Umgang mit neuen Herausforderungen sind und sich nicht scheuen anzupacken. Bei der Planung und Umsetzung waren die Abstimmungsgespräche mit dem Kunden SINN Consulting und Claudia als Recruiterin extrem wichtig, um ein Bild von den gesuchten Personen zu bekommen. Und man lernt einander kennen – das erleichtert die Zusammenarbeit beim Dreh ungemein.
Denn gedreht wird mit den echten Mitarbeiterinnen; die Kandidatinnen sollen die Menschen selbst sehen und keine Schauspieler. Bei Filmaufnahmen dabei zu sein ist ausserdem immer eine spannende Erfahrung – das Team von SINN Consulting war mit großer Begeisterung dabei.

Ich muss an dieser Stelle auch ein großes Lob an meine Auftraggeber aussprechen. Die Zusammenarbeit war höchst professionell, alle vereinbarten Termine wurden eingehalten und jede „Aufgabe“, die bei unseren Meetings an das Team von SINN Consulting übertragen wurde, wurde vorbildlich bearbeitet und gelöst.

Der Prozess

Johannes, Projektleitung Recruiting, Consultant SINN Consulting: „Wir haben uns entschieden, ein Recruitingvideo einzubinden, da man aus meiner Sicht über ein Video andere
Dinge als über Text/Bildmaterial transportieren kann. Das alles auch in sehr
kurzer Zeit und ich meine, dass man sich als Arbeitgeber durch ein Video von
anderen differenzieren kann. Im Recruiting stellt das bisher eher noch eine
Ausnahme dar, überhaupt, wie ja in unserem Fall, unter KMUs.
Und ich bin überzeugt davon bzw. wir haben das auch direkt in der Zielgruppe (AbsolventInnen) hinterfragt,
Inserate mit Videos bekommen mehr Aufmerksamkeit als die ohne. Dadurch ist es auch
möglich, das Inserat über Social Media Kanäle wie Facebook, Youtube, etc. zu
teilen und damit zu verbreiten. H
erausfordernd war der Ideenfindungsprozess. Hier
ist es wirklich wichtig, dass man von Profils unterstützt wird. Am
schwierigsten empfand ich, die essentiellen Botschaften in kurzer Zeit
rüberzubringen. Das richtige Setting (z.B. Location, auch aufgrund technischer
Voraussetzungen wie Belichtung) zu finden ist vermutlich auch oft eine
schwierige Aufgabe. Wir wollten das in jedem Fall in unseren eigenen
Räumlichkeiten machen. Natürlich war es spannend und strategisch wertvoll, sich
intensiv mit den Fragen zu beschäftigen wer sind wir, was und wen wollen wir,
etc. und auch andere Überlegungen zu berücksichtigen. Da wir im Consulting wenig
im Büro und viel bei Kunden sind, war es wichtig, dass der Ablauf so effizient
wie möglich gestaltet wird. Ich hatte daher ein paar Gespräche mit
Claudia, es gab ein Treffen in grosser Runde zur Ideenfindung und natürlich den
Drehtag selbst. Dank guter Vorbereitung sind wir gut vorangekommen und hatten die
Aufnahmen schnell im Kasten. Mir persönlich hat der Drehtag sehr
großen Spaß gemacht, was ich im Vorfeld niemals gedacht hätte. Das liegt vermutlich
an der Zusammenarbeit mit Profis wie Alex, die sehr schnell die richtige
Arbeitsatmosphäre schaffen. Ich überlege jetzt aus dem SAP Business
auszusteigen und doch lieber Schauspieler zu werden ;-).

 

Und wer es bis hier geschafft hat, wird natürlich belohnt – hier ist es nun endlich unser Werk:
Da es sich um ein Recruitingvideo handelt, ist es in ein Inserat eingebettet und war nicht als alleinstehende Recruitinglösung gedacht. Für alle, die also an der gesamten Umsetzung interessiert sind, hier das Inserat in voller
Länge
. Wir haben dafür übrigens im Vorfeld extra eine Umfrage unter Technik Absolventinnen gestartet, ein klein wenig Mehraufwand, aber die Mühe sicher wert!
Ach ja, war das „Projekt Recruitingvideo“ denn erfolgreich?
Johannes, Geschäftsführer: „Nur wenige Tage nach der Veröffentlichung des Inserates hatten wir bereits über 20 qualitativ sehr gute Bewerbungen und haben mit 2 KandidatInnen schon Gespräche geführt – aus meiner Sicht hat es sich daher absolut gelohnt!
Ein Recruitingvideo mit SINN eben 😉
Herzliche Grüße Claudia
PS: Interessiert,
sich der Herausforderung Recruitingvideo ebenfalls zu stellen? Ich freue mich
auf Anfragen!
Bildquellen:visionpark.at
http://mi-ku.com/
SINN Consulting

Differenziertes Konzept aber ausbaufähig: das war die erste digitale Karrieremesse Österreichs

 „Virtuelle Messen – die neue Generation des Networkings. Innovativ und kosteneffizient, vielfältige
Interaktionsmöglichkeiten mit den Besuchern, informativ, praktisch und ortsunabhängig! 05. – 12. November 2015: die virtuelle Karrieremesse für zukunftsorientierte Personalentscheider und ehrgeizige Karrieristen.
“ so wurde die erste digitale Karrieremesse Österreichs im Vorfeld beworben.
Grund genug, sich das neue Format einmal anzuschauen und vor allem nachzufragen, wie es denn
bei den verschiedenen Zielgruppen angekommen ist.
Beginnen wir mit dem Statement des Veranstalters, Alexis Johann, Geschäftsführung styria one
digital: „Wir bedanken uns bei allen Ausstellern und Besuchern für das
Interesse und die Teilnahme an der ersten Digitalen Karriere- und
Bildungsmesse. Die Messe wurde von über 5.000 Besucher aufgesucht. Am Livetag
2.000! Eine ganze Uniklasse hat die Messe besucht, das Event wurde mit einem
Mediawert von € 500.000,- beworben. Diese Zahlen belegen, dass wir mit dieser
innovativen Eventform eine spannende Nische gefunden haben. Wir haben eine
Menge positives Feedback von Besuchern und Partnern erhalten und bedanken uns
nochmals für das Vertrauen in dieses innovative Projekt.“

 

Weiter geht es mit dem Feedback eines Partners, Erich Buchinger: „Erste virtuelle Karrieremesse Österreichs und gleichzeitig mein erster Webcast – also gleich zwei Premieren gab es am 12. November bei karrieredigital.at. In meiner Expertenrolle als Bewerbungsberater durfte ich in knapp 30 Minuten Tipps und Tricks zum Thema “Richtig Bewerben – Weil der erste Eindruck zählt” geben. Die Tatsache, dass man aufgrund des Settings ganz
ohne Feedback vom Publikum auskommen muss, war für mich eine neue und interessante Erfahrung. Speziell die Zeitplanung erfordert sehr viel Sorgfalt, damit der Vortrag – aufgrund fehlender Zwischenfragen – nicht zu rasch endet. Auch die Bedienung der Technik und die latente Sorge, ob auch alles funktioniert sind Punkte, um die man sich als Vortragender sonst weniger Gedanken macht.

 

 

Ich denke,
dass virtuelle Karrieremessen – aber auch Hausmessen – eine zeitgemäße
Möglichkeit darstellen, interessierte BewerberInnen zukünftig auf eine Art zu
erreichen, welche dem Social Media Trend entspricht. Alles in allem hat bei den
Live-Vorträgen bis auf einige kleine Details alles geklappt, aber es gibt
sicher noch Optimierungspotenzial im “Backstage”-Bereich. Daher bin ich
gespannt, wie eine allfällige Neuauflage im kommenden Jahr ablaufen wird.“
Und jetzt zur wohl wichtigsten Zielgruppe, dem ehrgeizigen Karrieristen 😉 Kenny: „Ich
war schon sehr gespannt und freute mich auf eine innovative Veranstaltung. Leider
wurden meine Erwartungen nicht ganz erfüllt. Aber beginnen wir beim Aufbau der
digitalen Messe. Sie lässt sich mit einer klassischen Messe sehr gut
vergleichen: Es gab 12 Aussteller mit einem digitalen Stand. An diesem Stand hatten
die Besucher unter anderem die Möglichkeit, Informationen über das Unternehmen
zu sammeln, Stellenangebote zu durchsuchen, ihren Lebenslauf hochzuladen oder
sich via Chat-Funktion direkt mit einem Aussteller zu unterhalten. Es gab
sowohl die Möglichkeit sich auf einem öffentlichen Chat oder auch privat zum
Beispiel mit einem Mitarbeiter oder anderen Besuchern auszutauschen. Leider waren am Montag nachmittag mit mir gemeinsam
nur 10 Personen online, davon 2 von der Presse und 1 von styria one digital.

 

Die Aussteller waren vorrangig Konzerne wie Porr, Allianz, Erste Bank, UniCredit
oder Novomatic. Die virtuellen Stände erschienen wie eine Kombination aus
Unternehmenswebsite und einem Stellenportal.
Webcasts, wie der von Erich Buchinger, fanden nur an einem Tag, nämlich am „live
Tag“ statt. Hier hatte ich zeitlich leider nicht die Möglichkeit viel anzusehen, eine
Verteilung über die Woche und vielleicht auch Wiederholungen von einzelnen
Themen hätte ich gut gefunden. Am Live-Tag waren auch alle Aussteller online,
wirkten sehr engagiert und standen uns in Chats gerne Rede und Antwort.
Ein Orientierungstest führte durch das Beantworten von Fragen zu den Ausstellern, für
die man das meiste Interesse aufweist. Bei der überschaubaren Anzahl wäre das
vielleicht nicht unbedingt notwendig gewesen, ansonsten finde ich die Idee
dieses Matchings recht nett.
Nachdem die Eindrücke vom Besuch der Personal Austria nur eine Woche zuvor noch recht
frisch waren, fehlte mir tatsächlich der persönliche Kontakt zwischen Besucher
und Aussteller. So sehe ich  digitale Messen nicht als einen Ersatz für die klassischen Messen aber durchaus als
sinnvolle Ergänzung. Man hat die Möglichkeit sich schnell und räumlich
unanbängig einen Überblick über Unternehmen und Vereine zu bestimmten Branchen
und Themen verschaffen, sich zu informieren und wenn man möchte in Kontakt mit
Ausstellern und anderen Besuchern treten.
Ich habe natürlich die Gelegenheit genützt und bei einigen Ausstellern nachgefragt, was sie dazu bewogen
hat, bei der virtuellen Karrieremesse auszustellen. Fast alle haben geantwortet,
dass sie ein innovatives und modernes Unternehmen sind und auf neuen
Plattformen nach innovativen und modernen Menschen suchen. Sie sind sich sicher,
dass die digitale Messe noch eine große Rolle spielen wird.
Meine Erwartungen wurden also nicht ganz erfüllt, aber ich denke das Format hat Potential. Und so
blicke ich gespannt auf die nächste digitale Karrieremesse und werde sicher wieder vorbei schauen.“

 

Differenziertes Konzept, aber ausbaufähig“ so bringt es das BMBF auf den Punkt. Man
darf gespannt sein, ob sich viele Unternehmen heuer einmal „umgeschaut“ haben
und dann im nächsten Jahr auch dabei sind!

 

Herzliche
Grüße Claudia

 

Moviestar! Moviestar?

Motivationsschreiben sind out (sag ich doch), Bewerbungsvideos sind in! Oder?

 

Nachdem ich im März schon mal über Jobclipr berichtet habe und wir uns im Sommer mit Recruiting und
Employer Branding Videos
die Zeit vertrieben haben, ist es an der Zeit, endlich mal die Bewerberinnen zu Wort kommen zu lassen!
Ich habe also ein paar Bewerbungsvideos rausgesucht und bei der der Auswahl folgende Faktoren
berücksichtigt:
  • Bewerberinnen sollten selbst zu sehen und/oder zu hören sein
    (kein Comic etc.)
  • die Videos sollten möglichst nicht mit professioneller Hilfe
    gemacht worden und
  • kürzer als 4 Minuten sein (schließlich lesen wir auch nicht
    länger als 6 Sekunden in eine Bewerbung rein).
Ach ja, um Jobs sollte es auch gehen und nicht um ein Casting für das nächste Supertalent oder so!
Wer hätte es denn zum Gespräch geschafft?
Pauline vielleicht, die uns zeigt, was sie unter teamfähig und kommunikativ versteht?

 

 

Nicole, die gleich eine Arbeitsprobe (mit professioneller Unterstützung) abgibt?

 

 

Matthias, der BlueBox Technik (auch mit Unterstützung) nützt?

 

 

Maite, die Tom Cruise als Vorbild hat?

 

 

Natalia, die gerne im Tourismusbereich arbeiten möchte?

 

 

Annika, die Visual Effects anscheinend sehr mag?

 

 

Kiki, die uns an ihrem Alltag teilhaben lässt?

 

 

Oliver, der gerne Verwaltung und Fitness verbinden möchte
und den Call to Action perfekt umsetzt?

 

 

Sandra, die gleich am favorisierten Arbeitsplatz dreht?

 

 

Vor 4 oder 5 Jahren habe ich schon gelesen, Bewerbungsvideos sind im Kommen! Frag mich, wo die alle hingekommen sind, zu mir haben es noch keine geschafft. Zu Ihnen vielleicht? Wie ist die Erfahrung mit Videos von
Bewerberinnen?
Mir persönlich dauern die meisten Videos zu lange und sind zu wenig spezifisch. Nach wie vor denke ich, dass ein Velfie ohne professionelle Hilfe schwierig umzusetzen ist (und selbst mit wie ein paar der Beispiele zeigen). Aber vielleicht gibt’s ja irgendwo Bewerberinnen, die das Gegenteil beweisen – ich würde mich freuen!
Zum Abschluss noch zwei Videos „außer Konkurrenz“ 😉

 

 

 

Herzliche Grüße Claudia

Time to say goodbye?

Diese Woche fand mittlerweile zum 14. Mal die Personal Austria statt. Österreichs wichtigste Personalfachmesse (steht am Messekatalog). Ich war selbst ein Mal als Ausstellerin in Köln (weil es die Messe damals in Wien noch nicht gab) und in den ersten beiden Messe-Jahren auch in Wien. 2 Tage volles Programm, volle Hallen, viele neue Kontakte. In den darauffolgenden Jahren war ich immer wieder mal als Besucherin vor Ort, die Stimmung war wie bei einem „Klassentreffen“. Die ersten Messen waren im Austria Center, mittlerweile ist man übersiedelt auf das Gelände der Messe Wien.

14 Messen (bzw. Jahre) später. Donnerstag Vormittag, ich betrete die Halle und bin irritiert. Wo ist denn da die Messe? Ein paar wenige Ausstellerinnen (laut Info 123, da zählt allerdings auch der „Fachpressestand“ von HEUTE – ein Zeitungsständer) dazu. Es ist also „überschaubar“.
Interessant finde ich, wie unterschiedlich die Wahrnehmnungen sein können. Eva Selan hat super schnell auf hrweb einen ersten Besuchsbericht geschrieben und ihr Fazit war „so ist sie eine übersichtliche Messe mit interessanten Ausstellern, tw. großartigen Vorträgen und Podiumsdiskussionen, luftigen Ständen und eine offene lockere Atmosphäre„.
Beide trauern wir wohl ein klein wenig den alten Zeiten nach aber vielleicht ist es ja jetzt auch gut loszulassen. Vielleicht mal neue Formate ausprobieren, dafür ist vermutlich schon zu spät. Denn heuer haben erstmalig in Wien der HR Inside Summit und das HR BarCamp stattgefunden (da ich genau zu diesem Zeitpunkt auf Urlaub war und u.a. Pizza essen musste 😉 hier ein Nachbericht von Herwig Kummer.

Hätte ich mir nicht ein paar Gesprächstermine ausgemacht, wäre ich vermutlich nach spätestens 2 Stunden wieder gegangen. Kaum Besucherinnen, mehrere Vorträge fallen daher auch aus. Einige Ausstellerinnen teilen meine Enttäuschung, manche meinen, dass sie im nächsten Jahr nicht dabei sein werden. Vereinzelt sind vor allem Softwareanbieterinnen zumindest „zufrieden“ mit der Frequenz. Wäre das nicht eine Möglichkeit?! Die Messe spezialisiert für HR Software anzubieten? Mit Live Demo und best practise Beispielen? Oder ist es wirklich time to say goodbye?

So habe ich die Zeit zwischen den Gesprächen genützt und mir 4 Vorträge (zumindest in Teilen) angesehen. Wenn Sie also gerne eine Kurzfassung haben möchten, dann bitte sehr, einfach weiterlesen. Aber ich warne Sie: es ist November, Allerheiligen und Allerseelen gerade vorbei und „time to say goodbye“ bezieht sich nicht nur auf die Personal Messe!

Michael Rajiv Shah: E=MC2 der Quantensprung von Employer Branding zum Employee Branding
Ankündigung: „Laut Statistik hat jeder Europäer ein Handy. Die meisten Arbeitsplätze sind durch Computer und IT-gestützte Planung mit der digitalen Welt vernetzt. Sogar Autos nutzen die Halbleiter-Technologie. Kristalline Halbleiter stammen aus der Quantenphysik und bilden die Basis dieser digitalen Revolution. Da wir unser komplettes (Arbeits-)leben digitalisiert haben, führt dies unweigerlich dazu, dass Human Resources durch Human Relation und Employer Branding durch Employee Branding abgelöst werden.“
Ich habe mich sehr gefreut, MiSha mal wieder in seinem Element zu erleben. Er hat mir vor einigen Jahren das Prinzip XING näher gebracht und ich kann allen, die sich mit dem Thema „Employer Branding“ auf XING oder LinkedIn beschäftigen, seine Website wirklich ans Herz legen. Eine Quelle an Inspiration und Tipps für die Umsetzung, vielen Dank! Seine Erläuterungen, was Recruiting mit Quantenphysik zu haben, waren den Besuch wert! Die wichtigste Message des Vortrags „Jedes Profil ist ein Schaufenster Ihres Unternehmens„. Nothing more to say!

Marco Vetter: Die neue Generation von Tests und wie Ihre Personalauswahl davon profitiert
Ankündigung: „Zweifeln Sie an der Praxistauglichkeit von Psychotests? Haben Sie Angst Ihre Bewerber dadurch abzuschrecken und rätseln Sie über deren Ergebnisse? Dann lernen Sie die neue Generation von innovativen Tests kennen. Mit Case Studies, berufsrelevantem Content, Online Testing, übersichtlichem Reporting, praxisnaher Ergebnisaufbereitung für das Interview und Onboarding gestalten Sie den Recruitingprozess attraktiv für Ihre Bewerber und erhöhen gleichzeitig die Effektivität Ihrer Auswahl.“
Marco Vetter hat hier sehr kurz das Wiener Testsystem und damit verbunden Neuerungen vorgestellt. So wurden z.B. klassische Intelligenztests als Case Studys verpackt, sodass die Bewerberinnen einen Bezug zum Job herstellen können und die Auswertung speziell für Personalisten enthält Fragen, die im Recruitinggespräch gestellt werden können. Das muss ich mir demnächst mal genauer ansehen.

Barbara Covarrubias Venegas: Von HR Rollen zu HR Kompetenzen?! Vorstellung eines HR Kompetenzmodells
Ankündigung: „Die Aufgaben und die Anforderungen an das Personalmanagement haben sich in den letzten Jahrzehnten stark verändert. Ausgehend von einer anfangs stark administrativen Orientierung begannen Personalabteilungen sich langsam aber sicher als strategischer Partner des Managements zu positionieren. Der Ruf nach einer noch stärkeren strategischen Ausrichtung wird immer lauter. Welche Anforderungen bringen diese Veränderungen mit sich und welche HR-Kompetenzen gewinnen an Bedeutung?“
Barbara Covarrubias Venegas hat das Projekt und das Kompetenzmodell vorgestellt, da das Projekt noch nicht abgeschlossen ist fehlen noch Detailinformationen und aktuell liegt der Fokus auf der Operationalisierung. So gibt es zum Beispiel noch keine Übersicht hinsichtlich Ausprägung für einzelne Funktionen, wie eben Recruiting. Hier die Kompetenzen im Überblick: HR Knowledge ist das Kernstück, umgeben von Strategie und Business Knowledge, alles umrandet von Consultation, Ethical, Cultural & Global, Leaderhsip, Relationship, Change Competence. Auch hier möchte ich dran bleiben und zu einem späteren Zeitpunkt detaillierter berichten.

Georg Wawschinek: Erfolgsfaktor Charisma – überzeugend führen und begeistern
Ankündigung: „Charisma – diese sagenumwobene Eigenschaft herausragender Menschen wirkt unzugänglich. „Charisma fällt vom Himmel“, „Manche haben es, andere eben nicht“ sagen viele. Nicht so Georg Wawschinek. Der führende Experte für begeisternde Wirkung arbeitet seit 15 Jahren mit zehntausenden Menschen weltweit an ihrer Ausstrahlung. Sein Credo: Jeder kann sein Charisma entdecken und gezielt einsetzen. In diesem Vortrag entschlüsselt Wawschinek die Geheimnisse (nicht nur) charismatischer Leader.“
Offen gestanden, war dieser Vortrag gar nicht auf meinem Wunschprogramm, aber es war der einzige wo tatsächlich alle Sitzplätze besetzt waren und sich nach und nach eben noch Messebesucherinnen und -ausstellerinnen dazu gesellt haben. Und als er dann noch von Falco gesprochen hat war ich schon „gefangen“ 😉 Was mich sehr berührt hat war ein kurzer Ausschnitt der „last lecture“ von Randy Pausch, Professor an der Carnegie Mellon University. „Last lecture“ ist eine Tradition amerikanischer Universitäten. Studentinnen nomieren eine/n Professor/in und diese halten eine Vorlesung „as if it were his or here final lecuture„. Randy Pausch hat diese Tradition nicht nur hypothethisch umgesetzt, er wusste zum Zeitpunkt seiner Last Lecture, dass er nur noch wenige Monate am Leben sein wird. Schauen Sie sich hier die ersten Minuten an. Die aus meiner Sicht wichtigste Message „I’m dying soon and I’m choosing to have fun today, tomorrow and every other day I have left.

Wie kriege ich jetzt Quantenphysik und die Last Lecture unter einen Hut? Vor allem unter den Recruiting Hut?

Hier muss ich nochmal MisHa zitieren: „machen wir uns bewusst, dass zwischen uns und dem Profil (z.B. auf XING) Quantenphysik liegt. Und trotzdem haben wir, wenn wir ein Profil betrachten sofort ein Gefühl.“ Dieses Gefühl haben wir aufgrund eines Profiles aber wir haben es für den Mensch dahinter. Und bei aller Quantenphysik, die uns hilft und verbindet, am Ende geht es doch darum. Also betrachten Sie künftig die Profile, die so im Laufe Ihrer Suche nach geeigneten Kandidatinnen auftauchen, mal aus dieser Perspektive.

Und haben Sie Spaß, heute, morgen und jeden Tag!

Herzliche Grüße
Claudia