Recruiting und die Ausbildung von Lehrlingen ist offenbar ein Thema, das Ausbildungsverantwortliche in ganz Österreich beschäftigt. An 2 Tagen – einmal im Februar, einmal im Juni – haben mehr als 130 Personen am Ausbildertag teilgenommen, eine Mischung von Menschen in HR-Funktionen und Ausbildungsverantwortlichen. Ich war nicht nur als Speakerin, sondern auch als Zuhörerin vor Ort dabei und habe die Top-Learnings in aller Kürze zum Nachlesen zusammengefasst.

Neben der Moderation kam der erste Vortrag von Robert Frasch (lehrlingspower.at) zu „Generation Z – So tickt die Jugend heute“. Zur Einstimmung gab es ein kurzes Video zum Thema „Welches Image hat die Lehre?“ der Medienwerkstatt Linz:

 

Ja, ich durfte auch wieder ein paar Statements abgeben und zwar zu Digital Recruiting. Im Lehrlingsrecruiting haben wir es mit sehr unterschiedlichen Zielgruppen zu tun: nämlich den Jugendlichen und den Eltern. Klick um zu TweetenDiese bewegen sich auf unterschiedlichen Plattformen und kommunizieren anders. Deshalb sollten wir uns fragen, wenn wir zum Beispiel ein Video produzieren – wenden wir uns damit an die Jugendlichen direkt oder an die Eltern?  

Auf meinem YouTube Kanal gibt es eine Playlist mit Recruiting-Videos – u.a. auch dieses hier:

Meine Learnings

  • Die Lehre hat immer noch einen schlechten Ruf, denn die meisten Eltern wollen, dass ihre Kinder studieren.  
  • Das Ansehen einzelner Lehrberufe kann durch gezielte Maßnahmen verbessert werden: So ist in der Schweiz der Pflegeberuf der drittbeliebteste, in Deutschland rankt Altenpflege auf Platz 4.  
  • Rauchfangkehrer war der erste Lehrberuf in Österreich, aktuell gibt es mehr als 200, wirklich bekannt sind allerdings nur ca. 10. 
  • Jugendliche machen alles auf ihrem Smartphone: spielen, kommunizieren, lernen und eben auch bewerben. 
  • Lehrlinge müssen in den Recruitingprozess von Lehrlingen eingebunden werden oder diesen gleich komplett eigenverantwortlich übernehmen, das hat einen positiven Effekt bei der Integration der neuen Lehrlinge ins Unternehmen. 
  • Schulen Sie Ihre Lehrlinge, was den Umgang mit Social Media angeht, geben Sie anschauliche Praxisbeispiele. 
  • Ausbilderinnen sind nicht immer cool und sollten auch nicht so tun als ob. YouTuber können als Influencer agieren wie hier Puuki für Rewe:

Wer also potenzielle Lehrlinge ansprechen möchte, sollte auf jeden Fall digitalen Plattformen den Vorzug geben und dort zielgruppengerechten Content schaffen. Als Testimonials sind durchaus Influencer in Betracht zu ziehen, allerdings müssen die zum Unternehmen passen und sorgfältig ausgewählt werden. Dabei aber nicht auf die Eltern vergessen, die haben bei dem Thema mehr als ein Wörtchen mitzureden.

Herzliche Grüße
Claudia

PS: Ich habe vorab ein neues smartes Recruiting-Nachschlagewerk getestet, das ich nächste Woche im Blog vorstelle – Sie dürfen gespannt sein. 😉 Das möchten Sie nicht verpassen? Einfach Newsletter abonnieren, Social Media Recruiting-Insider werden und 1 x monatlich alle Beiträge (und mehr) gesammelt direkt ins Postfach erhalten; oder per RSS Feed und Social Media am Laufenden bleiben – damit Recruiting wieder einfach wird.

Recruiting im Zug, in der U-Bahn, auf der Parkbank. Alles möglich. Heute geht es – passend zum Fenstertag in Österreich – nicht um mobile Recruiting (also wenn der gesamte Bewerbungsprozess am Smartphone möglich ist, so wie bei hokify zum Beispiel), sondern um die Möglichkeiten, wie man auch im Recruiting mobil arbeiten kann.

Viele Tätigkeiten müssen heute nicht mehr am Arbeitsplatz im Unternehmen ausgeführt werden. Vieles ist auch nicht ausschließlich im Home Office möglich, sondern kann sogar unterwegs erledigt werden. Mein 3. Büro ist die Bahn und ich habe daher heute einige Tipps und Tricks, was zu beachten ist, wenn man auch unterwegs seinen Recruiting-Job erledigen möchte (oder muss).

Niemals mit Bewerberinnen und/oder Führungskräften telefonieren
Was ich schon alles über Scheidungsfälle, Immobilienstreitigkeiten, Einkauf von Produkten in Millionenhöhe und auch über Bewerberinnen erfahren habe (was ich gar nicht wollte), ist unglaublich. Anwälte scheren sich keineswegs um Datenschutz hinsichtlich ihrer Mandantinnen, Führungskräfte nicht um den ihrer Mitarbeiterinnen und natürlich auch nicht um den von Bewerberinnen. Ich hatte schon das Vergnügen, dass jemand (vermutlich mit der Recruiterin) telefonisch eine Liste von Kandidatinnen für ein Hearing durchgesprochen hat. NO GO! Telefonate führen Sie bitte wirklich nur im (Home)-Office. Klick um zu Tweeten

Platzreservierung
Wenn Sie mit dem Zug unterwegs sind, reservieren Sie sich einen Platz. Optimalerweise im Ruheabteil und am besten einen Einzelplatz, an dem niemand hinter oder neben Ihnen sitzt und mitliest – so einen zum Beispiel (aber Achtung, den schnappe ich mir recht oft). 😉

Ausstattung – eine Checkliste
Sie benötigen:

  • Ein Bewerbungsmanagement-System, das webbasiert ist, zum Beispiel Prescreen* oder eRecruiter bzw. eines der anderen unzähligen am Markt.
  • Genügend Datenvolumen über ihr Smartphone oder eine Datenkarte im Notebook, das WLAN im Zug ist leider großteils unstabil und da offen auch nicht sicher.
  • Notebook (nanonanet), Tablet oder auch das Smartphone (finde ich persönlich nicht wirklich komfortabel, ich arbeite am liebsten am Notebook).
  • Ladekabel oder Powerbank
  • Bildschirmschutz – ich habe zum Beispiel diesen hier*, damit nicht jeder mitlesen kann. Im Flugzeug können Sie das vergessen, da sitzt Ihre Nachbarin so dicht daneben, dass sie bequem mitlesen kann (und die Menschen in der Reihe hinter Ihnen ebenso).
  • Kopfhörer, damit sie entweder Podcasts, Ihre Lieblingsmusik hören (aber Achtung, nicht laut mitsingen 😉) oder sich zum Beispiel das Video Ihrer Bewerberinnen ansehen können.
  • Je nach Arbeits-Sitzplatz können Sie auch ausgedruckte Unterlagen mitnehmen, bitte möglichst immer verdecken, wenn Sie sie nicht gerade bearbeiten bzw. in vielen Fällen (im Flugzeug) am besten darauf verzichten. Und nirgends vergessen!
  • Ich brauche übrigens noch meine Brille, eine Jacke (im Zug ist es immer kalt, immer) und Kaffee.

Und man muss es ja nicht gleich übertreiben. 😉

 

Was brauchen Sie noch, um mobil zu arbeiten?

Herzliche Grüße
Claudia

PS: Nächsten Freitag erwartet Sie eine Zusammenfassung der Learnings vom Ausbildertag 2019. Sie möchten keinen Blogbeitrag verpassen? Einfach Newsletter abonnieren, Social Media Recruiting-Insider werden und 1 x monatlich alle Beiträge (und mehr) gesammelt direkt ins Postfach erhalten; oder per RSS Feed und Social Media am Laufenden bleiben – damit Recruiting wieder einfach wird.

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Recruiting-Jubiläum für mich! Ich bin jetzt seit 20 Jahren im Recruiting tätig. Spannend finde ich die Funktion heute immer noch – mehr denn je sogar. Ich kann mich noch richtig gut an die ersten Bewerbungsgespräche in meinem Leben (als Bewerberin meine ich) erinnern. Und dass ich mir damals gedacht habe: Wie cool ist das denn eigentlich, diese Menschen entscheiden darüber, ob ich den Job bekomme oder nicht. Vermutlich wollte ich das schon damals machen, hatte aber keine Ahnung, wie ich als Maturantin zu so einem Job kommen soll. 

Nach ein paar Umwegen in den PR- und Marketingbereich hat es ein paar Jahre später doch geklappt und ich war (und bin) auf der anderen Seite des Tisches zu finden. Seither hat sich allerdings einiges geändert. Bei meiner ersten Recruiting Inhouse-Funktion waren 300 Bewerbungen für einen Job im SAP-Bereich an der Tagesordnung. Traum oder Alptraum? Von Marketing-Funktionen oder Lehrstellen fange ich erst gar nicht an (800 und mehr falls es wen interessiert). Wir hatten die Qual der Wahl und entsprechend war es auch Aufgabe der Jobsuchenden, uns davon zu überzeugen, warum wir uns gerade für sie entscheiden sollen.

Es scheint, dass manche in dieser Ära gefangen sind. Immer noch passiert es mir, dass Teilnehmerinnen im Workshop Dinge sagen wie: Wenn da nicht einmal ein Motivationsschreiben dabei ist, dann nehme ich die Bewerbung nicht ernst. Oder dass Hiring Manager in Kennenlerngesprächen als erstes die Frage stellen: „Warum bewerben Sie sich bei uns? Und es genau einen Kanal für Stelleninserate gibt. Den, wo wir ein Kontingent haben und eine Schnittstelle und gut ist es. Inserat ist draußen und die post and pray-Phase beginnt. 

Ich selbst hatte immer eine große Vorliebe für das Thema Personalmarketing. Weniger die Auswahl aus den Bewerbungen war für mich spannend, sondern viel mehr die Kreation der Suchwege. Wie erfahren denn potenzielle Mitarbeiterinnen überhaupt von den Jobmöglichkeiten? Welche anderen, spannenderen, kreativeren Möglichkeiten gibt es noch?

Ich kann mich an ein sehr langes Telefonat mit einer österreichischen Tageszeitung erinnern, die ich dazu bringen wollte, eine Stellenanzeige im Businessteil zu schalten. War nicht möglich. Trennung von Redaktion und Anzeigen und journalistische Prinzipien und so. Ich komme aus dieser Ecke, mein Traumjob war immer Journalistin (und als ich dann Oskar Bronner einmal live begegnet bin, war das mein Fangirl-Moment).😉 Das hat nicht so geklappt, wie ich mir das vorgestellt habe, also hat es mich eben in PR und Marketing gezogen. Vermutlich macht es mir genau deshalb aktuell so richtig Spaß, Candidate Personas und Suchstrategien zu erarbeiten, die funktionieren. Die Touchpoint-Analyse ist im Marketing gang und gäbe. Im Recruiting müssen wir uns erst zurechtfinden, einen Überblick finden über die zahlreichen Möglichkeiten, die es da gibt. 

Recruiting war und ist sehr oft die Einstiegsposition in den HR-Bereich. Im Moment eine gute Chance für Quereinsteigerinnen – nützen Sie sie! Klick um zu TweetenUnd an alle HRManagerinnen: Nehmen Sie diese wahr. Holen Sie sich Leute aus dem Business, aus Sales oder Online-Marketing. Das wird Sie ganz schnell zum nächsten Level im Recruiting katapultieren. 

Recruiting ist kein Traumberuf, das war eine Erkenntnis aus der Studie im Jahr 2017Für mich schon! Recruiting ist spannend wie nie zuvor. Zeit, neue Möglichkeiten zu finden und auszuprobieren. Wenn nicht jetzt, wann dann? Oder was meinen Sie?

Herzliche Grüße
Claudia

PS: Nächsten Freitag geht es  passend zum Fenstertag in Österreich  um das Thema „mobiles Recruiting“. Sie möchten keinen Blogbeitrag verpassen? Einfach Newsletter abonnieren, Social Media Recruiting-Insider werden und 1 x monatlich alle Beiträge (und mehr) gesammelt direkt ins Postfach erhalten; oder per RSS Feed und Social Media am Laufenden bleiben – damit Recruiting wieder einfach wird.

LinkedIn ist mit derzeit über 630 Millionen Mitgliedern das größte professionelle Netzwerk der Welt. In der DACH-Region gibt es mehr als 13 Millionen Mitglieder, davon mehr als 1 Million in Österreich. Seit der Übernahme durch Microsoft im Jahr 2016 hat die Plattform nicht nur konstant an Nutzerinnenzahlen zugelegt, es gibt vor allem immer mehr Möglichkeiten, die wir im Recruiting und im Active Sourcing nutzen können. 

Und hier beginnt die Herausforderung: Die Angebote im Recruiting und Sales sind bereits so vielfältig, dass man sich ohne Hilfestellung durch LinkedIn und konkrete Ziele schnell verlieren kann. Klick um zu TweetenEinen fundierten Überblick über alle Möglichkeiten zu geben sprengt einen Blogbeitrag bei weitem, das wäre wohl eher ein Halbtages-Workshop-FormatVielleicht sollten wir das im Herbst andenken? 😉 

Ich habe mich mit Thoman Gaiswinkler er ist zuständig für Employer Branding & Recruiting für Österreich – zu einem Online-Meeting verabredet und versucht, mich gemeinsam mit seiner Hilfe durch den Angebotsdschungel zu kämpfen. Zurzeit betreue ich auch einen Kunden, der LinkedIn vermehrt in seine Recruiting-Strategie einbinden möchte. Das heißt, ich habe auch einen längeren Termin mit einem Account Manager aus München gehabt und mir mehrere Produkte ausführlich erklären lassen, um zu einer guten Entscheidung zu gelangen. 

Die wichtigsten Möglichkeiten habe ich in diesem Video aufbereitet, es gibt jedoch weit mehr.  

Recruiting TV #3 LinkedIn

Wie auf jeder Plattform, gibt es auch bei LinkedIn Möglichkeiten, diese kostenfrei zu nützen bzw. auf bezahlte Formate zu setzen. In der kostenfreien Version gibt es sowohl für Personen als auch für Unternehmen aktuell wesentlich mehr Funktionen als bei XING 

Meine 3 sofort umsetzbaren Tipps für Recruiting mit LinkedIn

  1. Meine erste Empfehlung ist, in jedem Fall die kostenfreien Funktionen zu bespielen, zum Beispiel Content für potenzielle Mitarbeiterinnen über das Unternehmensprofil zu veröffentlichen und die schon bei euch tätigen Menschen zu ermuntern, diesen zu teilen. 
  2. Mein ganz persönlicher Favorit sind die „Work with us“-Anzeigen. Diese werden automatisch bei den Profilen von Mitarbeiterinnen Ihres Unternehmens angezeigt und weisen eine deutlich höhere Klickrate auf als „normale“ Stellenanzeigen. 
  3. Schauen Sie sich auch die Sales-Lösungen an, da ist einiges dabei, das auch für Recruiting perfekt funktioniert. 

Sie fragen sich, ob es den Aufwand wert ist, LinkedIn in Ihre Recruiting-Strategie einzubinden? Ich kann Ihnen nur dazu raten, denn eine Plattform mit solch großem Potenzial links liegen zu lassen, können sich nur die wenigsten Unternehmen leisten. Sind Sie auf den Geschmack gekommen, brauchen aber Unterstützung? Kein Problem, ich helfe Ihnen gerne weiter.

Herzliche Grüße
Claudia

PS: Sie möchten keinen Blogbeitrag verpassen? Nächste Woche beschreibe ich, warum ich denke, dass Recruiting ein wirklich toller Job ist. Newsletter abonnieren, Social Media Recruiting-Insider werden und 1 x monatlich alle Beiträge (und mehr) gesammelt direkt ins Postfach erhalten; oder per RSS Feed und Social Media am Laufenden bleiben – damit Recruiting wieder einfach wird.

PPS: Ich wurde für diesen Blogbeitrag nicht bezahlt, gebe meine Erfahrung und meine Meinung wieder, aber ich fürchte ich muss ihn dennoch als Werbung kennzeichnen, mache ich hiermit.